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Monheim
Stadt rechnet mit 600 Flüchtlingen

Monheim: Stadt rechnet mit 600 Flüchtlingen
Bürgermeister Daniel Zimmermann stellt Baumbergern und Monheimern die Pläne für das Flüchtlingsheim in Containerbauten vor, das an der Bregenzer Straße entstehen soll. FOTO: RALPH MATZERATH
Monheim. In einer Versammlung informierte Bürgermeister Daniel Zimmermann über Alternativen zur Unterbringung. Von Martin Mönikes

In einer Sondersitzung wird der Rat der Stadt Monheim heute weitgehende Entscheidungen zur Unterbringung der Flüchtlinge treffen. Mehr als 200 Bürger nutzen bereits am Dienstagabend im Bürgerhaus Baumberg die Chance, sich von Bürgermeister Daniel Zimmermann über die aktuelle Lage beim Thema Flüchtlinge informieren zu lassen. Primär ging es um Baumberger Belange, aber auch Grundsätzliches war in den rund 90 Minuten zu hören.

Zahlen Bis vor drei Wochen waren in Monheim 375 Flüchtlinge untergebracht, verteilt auf rund 40 individuelle Wohnungen und Unterkünfte. Dann verpflichtete das Land die Stadt, für zusätzlich 150 Flüchtlinge eine "Erstaufnahmestelle" zu schaffen. Seitdem leben 147 Menschen in der Liselott-Diem-Sporthalle. Aus dem angekündigten Zwei-Wochen-Aufenthalt wurden fast sechs Wochen. In der nächsten Woche - so die Ansage der Bezirksregierung - werden die 147 Flüchtlinge Monheim verlassen, aber es werden sofort neue 150 Menschen die Halle als Erstaufnahmestelle bewohnen. Infolge der steigenden Zahlen verändert sich der Verteilungsschlüssel für die Gemeinden fast täglich. Die Gänselieselstadt muss inzwischen 77 Personen zu den 375 zusätzlich aufnehmen. Zimmermann erwartet sogar einen Anstieg auf bis zu 600 Menschen.

Lösungsvorschläge Ziel ist es, die Diem-Sporthalle zum Schulhalbjahresbeginn (Februar 2016) frei zu bekommen. Notwendig ist die Schaffung von zusätzlichen Sammel-Unterbringungsmöglichkeiten. Die deutlich wirtschaftlichere und auch aus Integrationszwecken vorzuziehende Anmietung von weiteren Privatwohnungen ist in größerem Umfang nicht zu realisieren. "Wenn der Bus mit Menschen vor der Tür steht, kann ich nicht Wohnungen suchen, renovieren und möblieren", so Zimmermann. Aufgestellt werden sollen deshalb Container an der Bregenzer Straße, auf dem Grundstück, das jetzt noch die (restliche) Musikschule nutzt. Auch die angrenzende Fläche, auf der bereits bis 2012 Wohncontainer standen, soll genutzt werden. Mit der schnellen Ratsentscheidung hofft Zimmermann "trotz leer gefegtem Containermarkt bis Februar 2016 bezugsfertige Räume zu erstellen". Partner für das komplette Vorhaben soll die Firma werden, die jetzt an der Winrich-von-Kniprode-Schule in Baumberg bereits Container erstellt.

Alternativen Denkbar ist eine Erstaufnahmeeinrichtung des Landes für 180 Personen (die Menschen würden auf die städtische Aufnahmequote angerechnet). Neben den Wohncontainern mit 60 Zimmern entstünden zentrale Einrichtungen für Essen, Sicherheit, Gesundheit. Oder es würde für den eigenen Bedarf eine Einrichtung für 125 Personen in 50 Zimmern entstehen, die keine zentralen Räumlichkeiten benötigt, weil die Menschen in ihren Zimmern kochen.

Bürgerreaktionen Zum geplanten Standort Bregenzer Straße gab es keine Fragen. Eher ging es um Herkunft und Religion der Asylbewerber und Kostenfragen. Klagen erhoben verschiedene Anwohner der Stauffenbergstraße über Lärm aus der Diem-Halle und vom Schulhof "wenige Meter von ihren Wohnungen entfernt".

Zimmermann wies darauf hin, dass der "in drei Schichten arbeitende, überdurchschnittlich intensive Sicherheitsdienst" die im guten Umgang mit Nachbarn unverzichtbare Nachtruhe zwar von 22 bis 6 Uhr gewährleisten könne, er aber das Leben der in der Halle untergebrachten Flüchtlinge auf dem Hof nach Schulschluss und an Wochenenden ausdrücklich begrüße. "Die Menschen müssen sich beschäftigen".

Quelle: RP
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