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Monheim
Stadt verzichtet auf "Fahrradfreundlich"-Siegel

Monheim. Trockenräume für Radler vorhalten? So etwas hält man im Rathaus für "überzogen, bürokratisch oder schlicht unsinnig". Von Petra Czyperek

50 Prozent der städtischen Mitarbeiter wohnen in Monheim. Die Kommune als Arbeitgeber soll deshalb dazu beitragen, dass mehr von ihnen als bisher den Weg ins Rathaus mit dem Fahrrad zurücklegen, findet Manfred Poell, Fraktionsvorsitzender der Grünen. Er beantragte im Haupt- und Finanzausschuss, die Stadt Monheim solle fahrradfreundlicher Arbeitgeber werden und sich diesen Schritt mit einem ADFC-Siegel zertifizieren lassen. Kostenpunkt 1900 Euro. Die Politik lehnte den Antrag (mit Peto-Mehrheit) ab. SPD, Grüne und CDU waren dafür.

Martin Frömmer, Zentrale Dienste in der Verwaltung, betonte, grundsätzlich sei die Stadt bemüht, positive Rahmenbedingungen für Radfahrer zu schaffen. Doch die Maßnahmen, die der ADFC vorgebe, um das Zertifikat zu erhalten, seien "überzogen, bürokratisch oder schlicht unsinnig". Deshalb wolle man darauf verzichten. Er nannte beispielsweise die vorgesehene Streckenberatung für Beschäftigte oder das Vorhalten von Waschmaschinen und Trocknerräumen sowie ein Mentor-System, das eingerichtet werden müsse. Auch Grünen-Sprecher Manfred Poell räumte schließlich ein, "der ADFC schießt etwas über das Ziel hinaus".

Frömmer wies auf positive Aktionen hin, die die Stadt bereits durchführt oder noch plant, wie beispielsweise die Anschaffung von Lastenrädern oder Fahrradanhängern. Die sollen mit dem "Smart-Bike-Konzept" kommen, das den Politikern nach den Sommerferien vorgestellt wird. Außerdem werden mechanische Pumpen und Reparaturmöglichkeiten installiert. Fünf öffentliche Pumpen seien bereits bestellt, eine davon wird am Rathausplatz montiert. Wer einen Platten hat, könne bald auf Reparatur-Sets zugreifen, die dann in den Fahrrad-Abstellanlagen vorgehalten werden. In der Planung sei ebenfalls ein stadtweites Fahrradverleih-System, an dem alle Mitarbeiter der Verwaltung teilhaben könnten. Außerdem, so Frömmer, nehme Monheim seit 2016 am Stadtradeln teil. Den Mitarbeitern stünden darüber hinaus Diensträder zur Verfügung. Am Rathaus, am Haus der Chancen und am Betriebshof gebe es für die Zweiräder Unterstände.

Quelle: RP
 
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