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Langenfeld
Stadt will Einzelhandel für die Zukunft rüsten

Langenfeld: Stadt will Einzelhandel für die Zukunft rüsten
Citymanager Christoph Zimmermann und Berater Frank Rehme wollen die Verknüpfung von stationärem und Internet-Handel vorantreiben. FOTO: matzerath
Langenfeld. Das Rathaus will eine Initiative mit Titel "Future City" gründen. Dort sollen Ideen entwickelt werden, die Einkaufen attraktiver machen. Von Heike Schoog

Citymanager Jan-Christoph Zimmermann will Langenfeld als Einzelhandelsstandort neu positionieren. Dafür hat er sich Frank Rehme und sein Innovations-Team (gmvteam) ins Boot geholt. Der gemeinsame Arbeitstitel lautet: "Langenfeld ist die Modellstadt der innovativen Zukunft des Handels und des Erlebnisraums Innenstadt."

Hinter diesem sperrig klingenden Programm, das Stadt und "gmv" gemeinsam den Händlern und der Politik vorgestellt haben, steht der Wunsch, die Langenfelder City für die Zukunft zu rüsten und dem Handel eine neue Rolle zu geben - im Spannungsfeld zwischen Großstädten und dem Internet.

Der Handel soll nicht länger "nur" der Versorger vor Ort sein, sondern mit innovativen Dienstleistungen oder Aktionen Kunden ins Geschäft locken - als Erlebnisanbieter. Unverzichtbar bei diesem Ziel sind digitale Medien, soziale Netzwerke und moderne Technik. Die helfen dabei, das Konsumverhalten des Kunden zu erkennen und gezielt darauf zu reagieren - etwa mit personalisierter Ansprache.

"Wir stehen noch am Anfang", warnt Citymanager Zimmermann vor allzu hohen Erwartungen. "Wir haben jetzt einen Rahmen vorgestellt, der helfen soll, neue Ideen zu entwickeln und umzusetzen", sagt Zimmermann. Im Februar soll es Workshops geben. Im Sommer könnten dann erste Projekte auf den Weg gebracht werden. "Das können etwa neue Bezahlsysteme sein, die dem Kunden das Einkaufen erleichtern, oder Projekte, die Kunden locken und binden", sagt Zimmermann.

Letzteres hat sich Einzelhändler Thomas Kronefeld (,comma) als Schwerpunkt gesetzt. "Ich finde die Initiative gut. Ich habe selten erlebt, dass eine Stadt sich so stark engagiert, um ein Alleinstellungsmerkmal zu kreieren", sagt er. Ihm seien technische Raffinessen jedoch weniger wichtig als neue Formen der Kundenbindung. "Ich werde die Möglichkeit nutzen, mehr über meine Kunden zu erfahren", sagt er. Seine eigenen Vorstellungen dazu will er in den Ideen-Pool einfließen lassen. "Da bin ich ganz vorne mit dabei."

Auch Buchhändlerin Hiltrud Markett begrüßt die Initiative "Future City". "Einen Online-Shop habe ich bereits", sagt sie. Jetzt gehe es darum, mit Aktionen Kunden zu locken. CDU-Politiker Jürgen Brüne ist angetan. "Das Projekt hat mein Interesse geweckt", sagt er. Es sei zwar nichts Konkretes besprochen worden. "Das war auch nicht das Ziel", sagt er. "Es geht darum, sich gemeinsam Gedanken zu machen, wie Langenfelds Handel in Zukunft bestehen kann."

Den beiden Initiatoren geht es nicht nur ums Bestehen. "Wir müssen die jungen Menschen ebenfalls als Kunden behalten oder zurückgewinnen", sagt Rehme. Dazu bedürfe es anderer Strukturen im Handel. Zimmermann wird dazu gemeinsam mit Rehme künftig viele Gespräche mit Händlern führen, Ideen abfragen oder entwickeln. "Die Kernkompetenz des Handels, bleibt erhalten und kann vielleicht noch besser genutzt werden", sagt Zimmermann. Auch die zahlreichen Feste, die bisher für Kundenfrequenz in Langenfeld sorgen, wird es weiter geben. "Wir haben jetzt den Prozess ,Future City' in Gang gesetzt."

Quelle: RP
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