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Analyse
Stadt will sechs Gärtner einstellen

Analyse: Stadt will sechs Gärtner einstellen
Die Mitarbeiter des Betriebshofes sollen Verstärkung bekommen, damit die städtischen Grünflächen - insgesamt 93 Hektar -besser gepflegt werden können. Hier greift Marc Hallen zur Elektro-Heckenschere. FOTO: Matzerath
Monheim. Ein Gutachter hatte ein erhebliches Defizit bei der Pflege öffentlicher Grünflächen in Monheim festgestellt; es beläuft sich auf 11 100 Stunden im Jahr. Künftig sollen jährlich für 200 000 Euro auch Pflegeaufträge an Fremdfirmen vergeben werden können. Von D. Schmidt-Elmendorff

Weniger Manager - mehr Arbeiter: Das ist seit Monaten der Kern der CDU-Kritik an der städtischen Personalpolitik. Auch der Personalrat hatte fünf zusätzliche Stellen für die Städtischen Betriebe gefordert. Jetzt will auch die Stadt den Personalbesatz um sechs Gärtner-Stellen aufstocken. Vier davon sollen allerdings erst nach Fertigstellung des neuen Betriebshofes 2017 geschaffen werden.

Augenfällige Defizite Die Stadt zieht damit Konsequenzen aus den augenfälligen Defiziten bezüglich der Grünpflege. Sie hatte eigens einen Gutachter beauftragt, der nun erstmals alle Grünflächen hinsichtlich Größe, Bepflanzung und des damit verbundenen Pflegeaufwandes digital erfasst hat. Dabei stellte sich heraus, dass der Bestand an Stadtgrün doppelt so groß ist wie angenommen: 93 statt 48 Hektar.

Zusätzliche Grünflächen Ferner kam der Gutachter zu der zu erwartenden Erkenntnis, dass das bisherige Stundenkontingent "bei Weitem nicht für eine werterhaltende Pflege ausreichte". Vielmehr stellte er ein Unterhaltungsdefizit von jährlich über 11 100 Stunden fest. Und das betrifft nur das vorhandene Grün. Künftig kommen mit dem Baugebiet "Am Waldbeerenberg", dem geplanten Landschaftspark Rheinbogen und dem Grün entlang der Landstraßen, deren Unterhalt die Stadt übernehmen will, noch 19 Hektar dazu. Allein, um die dafür nötigen 3800 Stunden Pflege zu leisten, wären 2,7 Vollzeitkräfte nötig.

Arbeitsproduktivität Um diesen Pflegerückstand aufzuarbeiten, sollen die Gärtner künftig ihre Arbeitszeit produktiver nutzen. Sie sollen unnötige Fahrten zum Betriebshof vermeiden, ihre Pausen auf der Einsatzstelle verbringen und im Winter erst dann ihren Dienst antreten, wenn es hell ist. Dies würde im Sommer durch längere Arbeitszeiten ausgeglichen. "Zumindest wären das Potenziale, die man ausschöpfen könnte", sagt Oliver Pelke, Leiter des Baubetriebshofes, vorsichtig. Dies sei aber intern noch nicht kommuniziert worden, weil das Pflegekonzept noch nicht beschlossen wurde. Generell müsse dann dafür gesorgt werden, dass die Gärtner in der Pause eine Toilette zur Verfügung hätten und ihre Mahlzeit einnehmen können, mahnt Personalratschef Peter Viertel.

Sortenärmere Gestaltung Um abgesehen davon den Pflegeaufwand zu verringern, sollen Gehölzflächen dichter bepflanzt, mehr Wiesen geschaffen werden. "Je freier die Fläche, desto eher kommt es zur unerwünschten Fremdeinsaat", erklärt Jan-Philipp Blume vom Bereich Grünflächen. Bei den Beeten empfehle sich eine sortenärmere Gestaltung. Denn seien viele verschiedene Pflanzenarten mit jeweils anderen Pflegeansprüchen vorhanden, müsse man das Beet mehrmals anfahren. "So schneidet man die eine Staude im Herbst bodenbündig ab, bei der anderen nur die Triebe zurück."

Externe Firmen Trotz der Neueinstellungen möchte die Verwaltung einen Teil der Pflegearbeiten dauerhaft an externe Firmen vergeben - und zwar solche, die Spezialmaschinen, wie ein Aerifizierer zur Belüftung des Bodens, oder besondere Fachkenntnisse erfordern. Nicht zur eigentlichen Pflege gehört auch die Grunderneuerung einiger stark verwilderter Flächen, die ebenfalls von Fachfirmen besorgt werden soll. "An der Rheinpromenade haben wir Flächen, wo die ursprüngliche Bepflanzung inzwischen verdrängt wurde", so Blume. Insgesamt sollen für diese Fremdaufträge jährlich 200 000 Euro in den Haushalt eingestellt werden.

Quelle: RP
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