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Monheim
Stadt will selber Wohnungen bauen

Monheim: Stadt will selber Wohnungen bauen
Auf dem Gelände der Anton-Schwarz-Schule in Monheim sollen ab dem Sommer 2017 205 Wohnungen entstehen. Erstmals tritt die Stadt dabei mit einer eigenen Wohnungsbaugesellschaft in Erscheinung. FOTO: RALPH MATZERATH
Monheim. Die Monheimer Wohnen GmbH soll die neuen Quartiere auf den beiden Schulgrundstücken entwickeln. Von D. Schmidt-Elmendorff

Als sich der amtierende Bürgermeister und sein Herausforderer Manfred Poell im Mai 2014 einem von der RP organisierten Duell stellten, waren sie sich in einem Punkt einig: Die Stadt Monheim sollte eine Wohnungsbaugesellschaft gründen. Damals herrschte die Überlegung vor, einzelne Gebäude im Berliner Viertel zu kaufen, um sie energetisch zu sanieren.

Jetzt schlägt der Bürgermeister dem Rat vor, eine Monheimer Wohnen GmbH zu gründen, um ab 2017 die ehemaligen Schulstandorte an der Erich-Klausener- und an der Geschwister-Scholl-Straße zu entwickeln. Dort könnten insgesamt 385 Wohnungen entstehen, die dann zur Vermietung angeboten werden. "Das würde unsere fünfte städtische Tochter", so Zimmerman gestern. Neben den beiden Grundstücken "Unter den Linden" und "Sophie-Scholl-Quartier" würde sie ihre Tochter mit Eigenkapital in Höhe von 29 Millionen Euro ausstatten. "Das entspricht einer Eigenkapitalquote von 50 Prozent", erklärte Zimmermann. Der restliche Investitionsbedarf würde aus Krediten gedeckt.

Seitdem Zimmermann in Zusammenhang mit dem strategischen Ziel, "Verbesserung der Bau- und Sozialstruktur im Berliner Viertel" die Gründung einer Wohnungsbaugesellschaft angekündigt hatte, hat sich die Lage auf dem Wohnungsmarkt in Monheim insgesamt zugespitzt. "Innerhalb von vier Jahren haben wir 2200 Arbeitsplätze geschaffen und durch unsere attraktiven Bedingungen für Familien eine zusätzliche Nachfrage nach Wohnungen ausgelöst", erklärt Zimmermann.

Mit der eigenen Wohnungsbaugesellschaft solle daher ein Akteur im Wohnungsmarkt etabliert werden, der in Hinblick auf Mietpreise und Wohnungsgröße steuernd eingreife. So hatte eine Wohnungsmarktanalyse ergeben, dass in Monheim kleine Wohnungen für Senioren und Singles und sehr große Wohnungen für Familien fehlen. Diese Bedarfe will die Stadt im Quartier "Unter den Linden" befriedigen und zugleich den weiter zu erwartenden Anstieg der Mietpreise abmildern. Mit einer ansprechenden Architektur soll zudem die gewünschte soziale Mischung erreicht werden. Zimmermann will hierbei nicht ausschließen, dass der der LEG schon vor einem Jahr offenbarte Plan für eine eigene Gesellschaft deren Bereitschaft befördert hat, nunmehr 75 Millionen Euro in die Sanierung ihrer Bestandsimmobilien zu investieren.

Gebäudemanager Michael Lobe und Kämmerin Sabine Noll sollen die Geschäftsführung übernehmen. Die Aufgaben der Gesellschaft wird sich in der Aufbauphase auf die kaufmännische Leitung, die Vermietung und das Projektcontrolling beschränken. Im Rahmen eines erweiterten Generalunternehmer-Modells sollen Planung, Bau und Erstvermietung an ein erfahrenes Unternehmen vergeben werden, das Gesamtpaket wird europaweit ausgeschrieben. "Bisher konnten wir nur mit den Bebauungsplänen den Markt beeinflussen. Ab der Herstellung und Vermietung hatten wir es nicht mehr in der Hand, ob die Immobilien ordentlich in Stand gehalten wurden oder nur die maximale Rendite zählte", so Lobe.

Quelle: RP
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