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Monheim
Stadtfest-Shopping: Viel laufen, wenig kaufen

Monheim: Stadtfest-Shopping: Viel laufen, wenig kaufen
Musiker sollen Kunden beim Shopping-Sonntag in die Läden locken. FOTO: Matzerath, Ralph (rm-)
Monheim. Gänselieselmarkt und verkaufsoffener Sonntag laden zum Einkauf ein. Die Außenwirkung ist den Händlern meist wichtiger als der Umsatz. Von Dorian Audersch

Gehandelt werde heutzutage nur noch selten, sagt Wolfgang Chudy. Seit "gefühlten Jahrzehnten" sei er als Trödler auf dem Gänselieselmarkt dabei - aus "Spaß an der Freude". An seinem Stand stapeln sich Geschirr, alte Geräte, Dekoratives und Bücher. "Dabei bleibt immer auch Zeit für ein kleines Schwätzchen", meint der Monheimer. "Das sind die Momente, die solch einen Tag ausmachen."

Mit rund 300 Ständen und einer Gesamtlänge von etwa 1200 Metern ist der traditionelle Trödelmarkt im historischen Stadtkern nach wie vor eine Großveranstaltung für sich. Seit einigen Jahren ist er allerdings in das Stadtfest-Wochenende eingebunden - und seitdem sei nicht mehr so viel los wie früher, beklagen Trödler. Es gebe einfach zu viel parallel laufende Angebote. "Es ist alles irgendwie auseinandergezogen", findet Chudy. "Früher war es schöner."

Rolf Hechler, Vorsitzender der Maatplatzjecke und Ex-Prinz der Session 2013/2014, sieht es ähnlich. Die jecke Truppe ist ebenfalls seit vielen Jahren mit einem eigenen Stand dabei. Rund 30 Leute aus dem Verein sind eingebunden. Sie verkaufen Trödel, Bratwurst und Getränke. "Der Erlös fließt in den Wagenbau", sagt Hechler, der einen Abnehmer für eine gelbe Schreibmaschine aus alten Zeiten sucht. "Das ist im Grunde ein analoger Laptop", wirbt er augenzwinkernd.

Das Schöne am Gänselieselmarkt sei aber vor allem die lokale Vertrautheit. "Man trifft einfach viele Ur-Monheimer und die Atmosphäre ist nachbarschaftlich." Noch lohne es sich, jedes Jahr den großen Stand an der Turmstraße zu organisieren. "Allerdings gehen der Gänseliesellauf und der Gänselieselmarkt am Stadtfest-Wochenende etwas unter."

Mareike Roth aus Hellerhof lässt sich davon die Laune nicht vermiesen. Die meisten Leute schauen ihrer Meinung zwar nur, anstatt zu kaufen, "aber insgesamt kommt immer noch was zusammen", sagt sie mit Blick auf die Einnahmen. "Von dem Geld gehe ich mit meinem Mann essen - oder wir verprassen es anderweitig." Eine durchaus generöse Käuferin ist Alline Feidel. Sie hat für ihre Söhne Ben (3) und Lukas (7) unter anderem Stofftiger, Rucksack, Globus, Puzzle, ein paar Lego-Teile und Kinderbücher gekauft. Rund 60 Euro sei sie dabei bereits losgeworden, berichtet die Mutter. "Ein paar gute Sachen findet man immer. Man muss nur genau hinschauen und gründlich suchen."

Das gilt auch für den Bummel durch die Geschäfte am verkaufsoffenen Sonntag. Allerdings gilt auch dabei die Devise: "Mehr laufen als kaufen". Es ist rappelvoll in der Innenstadt. Viele Besucher gehen zwar in die Geschäfte und schauen sich um. In der Einkaufstüte landet indes eher wenig. Der Tag sei vor allem gut für die Außendarstellung, sagt Frank Nyssen, Filialleiter von Expert Hoffmann. Er verzeichnet eine steigende Nachfrage für E-Bikes. "Auch Kühlsysteme sind in der warmen Jahreszei Thema." Die bisweilen etwas dürftige Kundenfrequenz im Rathauscenter nimmt Bogumila Richter, Geschäftsführerin der Boutique "Milas Fashion" gelassen. "Wichtiger ist, dass wir uns zeigen können." Die Werbewirkung von verkaufsoffenen Sonntagen sei nicht zu unterschätzen.

Quelle: RP
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