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Langenfeld
Bilderbücher und das Bemalen von Buchrücken

Langenfeld. Bilderbücher in einem ganz wörtlichen Sinn hat Christine Schwarz geschaffen. Die Künstlerin hat Buchrücken als Leinwand benutzt und darauf mit feinem Pinselstrich und leuchtenden Farben ihre Illustrationen entstehen lassen. Von Dominique Schroller

Ihre ebenso fantasievollen wie gewitzten Werke zeigen einen Affen, der rote Socken strickt, einen Löwen, der es sich in einem Hundekörbchen bequem gemacht hat und eine Gans in inniger Umarmung mit einem Fuchs. Diese plastischen Szenen, die zum Betrachter zu sprechen scheinen, haben Martin Baltscheit spontan zu kleinen Geschichten inspiriert. "Als er meine Malerei gesehen hat, sagte er gleich, dass ihm dazu eine Menge einfalle. So sind wir auf die Idee gekommen, mehr davon zu machen", berichtet Christine Schwarz bei der Vernissage im Kunstraum des Künstlervereins Langenfeld.

Entstanden ist aus den sprechenden Bildern und einer bildreichen Sprache ein Bilderbuch. Unter dem Titel "Gans für Dich" sind nicht nur Fuchs und Federvieh, sondern auch Texte und Illustrationen vereint. "Die Kombination aus Textbildern und Bildbildern schaffen eine ganz besondere Spannung", betont Martin Baltscheit. Für ihn ist auch das Konzept, die Figuren zum Sprechen zu bringen, außergewöhnlich. "Sonst ist der Illustrator der Erfüllungsgehilfe der Geschichte und hier ist es umgekehrt." Einen Eindruck von dieser Symbiose vermittelt er den Gästen der Ausstellungseröffnung.

Lebendig und mit viel Dynamik rezitiert der bekannte Autor seine poetischen Anekdoten von den beiden Sardinen, die sich im Schwarm verlieren und erst in der Dose wieder zueinander finden oder vom Pfau, der sein Rad schlägt und damit doch nicht fahren kann. Er möchte mit seinen Versen Kinder ebenso wie Erwachsene begeistern. "Für die Kleinen sind Gedichte gleich mehrfach sinnvoll. Sie schulen das Sprachgefühl, Klang und Inhalt machen Spaß und sie sind eine Herausforderung, etwas auswendig zu lernen." Beim Schreiben hat er zunächst immer seine eigenen drei Kinder vor Augen. "Bei ihnen kann ich genau prüfen, was ankommt, wann sie grinsen." Bilderbücher seien jedoch Literatur für die ganze Familie und müssten daher genügend Qualität haben, um auch die Erwachsenen zu berühren. Das Bilderbuch ist für Martin Baltscheit die Urform aller Kunst. "Die ersten Bilder waren Illustrationen von Erzählungen." Deshalb gehörten die gemalten Geschichten auch ins Museum, findet Kuratorin Beate Domdey-Fehlau. Gerade die Begegnung von Bild und Text sei reizvoll. "Viele Künstler nehmen inzwischen Schrift in ihre Werke auf, hier ist die Verbindung noch viel enger. Das möchten wir zeigen." Die Besucher zeigen sich beim Rundgang durch die bebilderten Bücher beeindruckt. "Mir gefällt besonders das Skurrile, wie diese beiden Fische unter dem Regenschirm. Die Texte sind allerdings für Kleinkinder zu schwierig zu verstehen", sagt Monika Lieber-Bauer. Reinhold Rieder bewundert die präzise Pinselführung. "Die Bilder sind sehr ausdrucksstark und wer genau hinsieht, kann immer etwas Neues entdecken. Auf Bücher zu malen, beweist ein Gespür für Geschichte und Geschichten."

Die Bilder von Christine Schwarz sind noch bis zum 6. September im Kunstraum des Kunstvereins Langenfeld, Hauptstraße 135, zu sehen. Das Haus ist dienstags, freitags und samstags von 10 bis 13 Uhr, donnerstags von 15 bis 20 Uhr und sonntags von 15 bis 18 Uhr zu sehen.

Quelle: RP
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