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Kunst Und Kultur
Stadtmuseum zeigt Retrospektive von Naturfotograf

Langenfeld. Ein Fuchs schaut mit einem Auge vorsichtig aus seinem Versteck. Eine Giraffe grast ungestört vor einer untergehenden Sonne. Das Gesicht einer alten Eskimofrau zeigt die Spuren eines langen Lebens. Winterfrost überzieht märchenhafte Landschaften. Der Fotograf Jim Brandenburg will nicht nur den Moment festhalten, sondern auch Geschichten erzählen. Und das gelingt ihm mit jedem Foto.

Zu sehen sind 60 Exponate zurzeit im Stadtmuseum im Freiherr-vom-Stein-Haus in Langenfeld. "Das Beste kommt zum Schluss. Wir sind froh, nach drei Jahren als letzte Ausstellung in diesem Jahr wieder eine Fotoausstellung präsentieren zu können", sagt Museumsleiterin Hella-Sabrina Lange. Die Schau ist eine Retrospektive des bekannten amerikanischen Naturfotografen Jim Brandenburg aus Minnesota, der für das amerikanische Magazin "National Geographic" arbeitet.

Schon als 15-jähriger hat Jim Brandenburg begonnen, mit einer Dreidollarkamera die Natur mit der Kamera einzufangen. Mit seinem Schwarzweißbild mit Fuchs wurde er berühmt. Seit mehr als 55 Jahren fotografiert der 70-Jährige Landschaften, Natur und Tiere. "Hinter jedem Foto steckt auch eine Botschaft, denn Brandenburg will nicht nur die Schönheit der Natur zeigen, sondern auch auf ihre Schutzwürdigkeit verweisen. Dafür friert er die Flüchtigkeit des Moments mit seiner Kamera für die Ewigkeit ein", so Hella-Sabrina Lange.

Brandenburg hat die Natur- und Tierfotografie maßgeblich mitgeprägt. Er ist Autodidakt und schuf sich schnell einen Namen. 1978 wurde er als Fotograf engagiert. Insgesamt 23 Reportagen fotografierte er für "National Geographic", von denen 18 als Bücher erschienen und für die er zahlreiche Preise erhielt. Seine Wölfe zählen zu den bekanntesten Bildern. "Ein großer Teil meiner Arbeit besteht aus Warten. Auf den Moment, auf Tiere und auf Flughäfen. Die Zeit nutze ich, um über die Komplexität der Natur nachzudenken", sagte Brandenburg jüngst in einem Interview. Jim Brandenburg freut sich, dass die Ausstellung in Deutschland gezeigt wird. Seine Familie stammt aus Bad Berleburg. Zur Ausstellungseröffnung schickte er E-Mailgrüße aus Amerika. "Ich hoffe, dass die Ausstellung ein Erfolg wird", so Brandenburg. Reiner Danne von der Städtischen Galerie Iserlohn half dabei, die Ausstellung mit zu organisieren. "Über diese Kooperation bin ich sehr froh. Sie ist ein großes Glück", sagt Helga-Sabrina Lange. Die Mühe hat sich gelohnt. Die Besucherinnen und Besucher der Ausstellung zeigen sich begeistert. "Ich mag die frostigen Gräser und mich beeindruckt, dass die Bilder etwas in mir bewegen", sagt Stephanie Koch. Renate Steinemann ist fasziniert von den Wolfsbildern. "Es ist unglaublich, welche Geduld dieser Fotograf für diese wertvollen Momente aufbringen muss". Es gab auch kritische Stimmen. "Ich finde die Fotos von den toten Tieren, wie zum Beispiel von den Augen eines toten Rehs, interessant, aber auch erschreckend", meint Monika Roesler. Hannah Schütz, Elisabeth Meiser und Friederike Floren von der Langenfelder Musikschule boten mit ihren Block- und Querflötenstücken ein einfühlsames musikalisches Rahmenprogramm. Dr. Stefan Einsfelder begleitete das Trio am Klavier. Hella-Sabrina Lange freut sich schon auf die Ausstellungen im nächsten Jahr. "Dann zeigen wir Bilder aus Worpswede und vom Blauen Reiter". vg

Quelle: RP
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