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Langenfeld
Stadtverwaltung sucht weitere Notunterkünfte für Flüchtlinge

Langenfeld. Nach der beschlossenen Umwandlung der Wilhelm-Würz-Turnhalle in eine Unterkunft für Asylbewerber sind zumindest für den Schulsport Ausweichstätten gefunden: Die Mädchen und Jungen der geteilten Grundschule Richrath-Mitte an der Jahnstraße werden vorerst in der Halle des Zweitstandorts Zehntenweg Sport treiben, sagt der städtische Fachbereichsleiter Ulrich Moenen. Und die Kopernikus-Realschüler toben sich vorerst in der Turnhalle Hinter den Gärten aus. "Für den Vereinssport wird Ersatz schwieriger zu finden sein." In der Wilhelm-Würz-Halle tragen Basketballer und Skaterhockeyspieler der Sportgemeinschaft Langenfeld Wettkampfspiele aus, auch die Behindertensportgemeinschaft nutzt diese Halle. Von Stephan Meisel

Verärgert registrierte die städtische Erste Beigeordnete Marion Prell, dass die Bezirksregierung Arnsberg ihre schriftliche Bitte unbeantwortet ließ, in den nächsten beiden Wochen keine zusätzlichen Flüchtlinge nach Langenfeld zu bringen. Wie berichtet, beherbergt die Stadt zurzeit 546 zugewiesene Asylbewerber und in der Erstaufnahme-Einrichtung des Landes (Turnhallen Wiescheid und Konrad-Adenauer-Gymnasium) weitere 130 Flüchtlinge. In den zusätzlich zu den beiden regulären Übergangsheimen Kölner Straße (140 Plätze) und Winkelsweg (70) geschaffenen Notquartieren seien nur noch sieben Plätze frei. Das seien deutlich zu wenig in Anbetracht der noch zu erwartenden Zuweisungen.

Statt der Wilhelm-Würz-Turnhalle etwa die Richrather Schützenhalle in ein Notquartier zu verwandeln, ist laut Prell keine Alternative. Für viele Veranstaltungen seien Schützenhallen und -heime mit Mietverträgen lange im Voraus fest gebucht. "Da kommt man nicht raus. Eine Belegung käme einer Beschlagnahmung gleich."

Prell betonte indes, dass die Wilhelm-Würz-Halle nur so lange mit bis zu 130 Flüchtlingen belegt werde, bis bereits begonnene oder geplante Unterkünfte zur Verfügung stehen. Voraussichtlich im November sei eine wintertaugliche Leichtbauhalle (60 Plätze, Standort noch unklar) bezugsfertig, Anfang 2016 der Neubau Winkelsweg (130) sowie zwei Häuser auf dem LVR-Klinikgelände (160). Geprüft werde zudem die Nutzbarkeit von leerstehenden Firmengebäuden.

Quelle: RP
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