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Langenfeld
Stadtwerke bauen auf Eisspeicher und Kabel

Langenfeld. Zwei Großprojekte in diesem Jahr: Deutschlands größtes kaltes Nahwärmenetz und Glasfaser-Ausbau. Von Stephan Meisel

Die Stadtwerke starten jetzt ein Bauvorhaben, das nach den Worten von Geschäftsführer Kersten Kerl in dieser Form und Größenordnung bundesweit einmalig ist. Im neuen Wohngebiet zwischen Blumen- und Düsseldorfer Straße soll ein zentrales Blockheizkraftwerk mit Eisspeicher Energie erzeugen und über ein Leitungsnetz Wärme und Strom in insgesamt 58 angeschlossene Häuser verteilen. "Dieses so genannte kalte Nahwärmenetz wird im privaten Wohnbereich die größte Anlage in ganz Deutschland sein", sagt Kerl, der deswegen in nächster Zeit viel Fachpublikum von überall her erwartet.

Wie ein Eisspeicher funktioniert, zeigen die Stadtwerke Hauseigentümern auf dem eigenen Gelände an der Elisabeth-Selbert-Straße. Nach Kerls Angaben erzeugt diese Anlage Energie, indem sie einem 800 Kubikmeter großen Becken Wasser die Wärme entzieht. "Damit lassen sich Gebäude im Winter heizen und im Sommer kühlen." Mit 5000 bis 7000 Euro Investitionskosten seien Eisspeicher preisgünstiger als Geothermie-Anlagen mit Erdspieß, die in Trinkwasser-Schutzzonen zudem riskant seien. Da Kerl in Doppelfunktion auch Chef des Verbandswasserwerks Langenfeld/Monheim ist, hatten er und seine Mitarbeiter auch die Firma Ecolab entsprechend beraten, bevor sie sich 2012 im Monheimer Rheinpark ansiedelte. "Im Boden wurde der seinerzeit weltweit größte Eisspeicher eingebaut."

Ein zweites Großprojekt, das die Stadtwerke dieses Jahr weiter vorantreiben, ist der Ausbau eines Glasfaser-Breitbandnetzes für schnellen und hochleistungsfähigen Internet-Empfang. Nach Kerls Angaben haben bislang 1500 Kunden einen solchen Stadtwerke-Anschluss, davon etwa 250 Gewerbebetriebe. Anders als etwa der Mitbewerber Mega in Monheim, statten die Stadtwerke in Langenfeld zunächst nicht alle Haushalte mit dem Glasfaserdirektanschluss bis an das Haus aus, sondern nutzen für die letzten Meter vorhandene Kupferleitungen der Telekom. Nach Angaben des für den Breitband-Ausbau zuständigen Mitarbeiters Hans-Werner Graffweg haben sich die Stadtwerke 86 der etwa 120 Telekom-Kabelverzweiger fürs eigene Internet-Geschäft gesichert und direkt daneben eigene Verteilerkästen installiert. In neuen Gewerbegebieten wie etwa Reusrath Nord-West und Am Solpert in Berghausen sowie in neuen Wohngebiete werden indes Glasfaserkabel bis an die Häuser gelegt. Neben Internet und Telefonie bieten die Stadtwerke seit letztem Jahr auch Fernsehen mit mehr als 300 digitalen TV-Sendern an. Kerl: "Anders als bei Mitbewerbern müssen bei uns keine Programmpakete gebucht werden."

Quelle: RP
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