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Langenfeld
Stadtwerkegelände: Bürger wollen mehr Parkplätze

Langenfeld. Bei der Bürgeranhörung wurden die Tiefgaragen, der Parkdruck und die Gebäudehöhen thematisiert. Von D. Schmidt-Elmendorff

Einen schweren Stand hatte Stadtplaner Stephan Anhalt am Dienstagabend bei der Bürgeranhörung zum Bebauungsplan I-106 Richrather Straße/In den Griesen (ehemals Stadtwerkegelände). Die Anwohner der Straßen Am Alten Gaswerk, In den Griesen und Langforter Straße stießen sich vor allem an der geringen Anzahl der oberirdisch ausgewiesenen Stellplätze, dem Standort der vier Tiefgaragenzufahrten und den fünf Geschossen des südlichsten der insgesamt zwölf Gebäude des neuen Quartiers.

Ein erstes Raunen ging durch die gut gefüllten Reihen im Bürgersaal, als Anhalt betonte, dass der städtebauliche Entwurf des Investors die Baustruktur der Umgebung aufnehme. So sei die Bebauung im Westen maximal zweigeschossig plus Staffelgeschoss, im Norden und Osten steige die Gebäudehöhe auf drei Geschosse an, im Süden nehme ein Gebäude die Höhenbezüge des Hewag-Seniorenstiftes auf. Anwohner der Langforter Straße monierten, dass ihre Häuser auf drei Geschosse begrenzt worden seien, damit sich diese in die Umgebung einfügten. Anhalt entgegnete, dass diese bauliche Verdichtung in Innenstadtnähe gewollt sei und durch den neuen B-Plan ermöglicht werden solle.

Die Anwohner plagt vor allem die Sorge, dass das neue autofreie Viertel den Parkdruck auf ihren Straßen, die schon den Besucherverkehr von Rathaus und Markt aufnehmen müssen, noch verschärfen wird. Zumal sich herausstellte, dass der Entwurf des Bauträgers Paeschke lediglich neun plus vier oberirdische Besucher-Parkplätze vorsieht - für 165 Wohneinheiten.

Die Anwohner der Straße Am Alten Gaswerk wunderten sich, dass sie Ende der 80er Jahre zwei Stellplätze auf ihren Grundstücken nachweisen mussten, während sich der Investor rühmen darf, mit 200 Tiefgaragenstellplätzen mehr Plätze vorzuhalten als die Bauordnung vorschreibt, nämlich einen pro Wohneinheit. "Insbesondere, wenn die ÖPNV-Erschließung gut ist, können wir nicht mehr verlangen", so Anhalt. Auf die Frage eines Bürgers, ob denn die späteren Eigentümer oder Mieter einen Tiefgaragenstellplatz erwerben müssten, verneinte Anhalt. "Bei den angespannten Park-Verhältnissen wird aber niemand auf seinen Platz freiwillig verzichten", versicherte er.

Sehr unglücklich sind die Anwohner der Straße Am Alten Gaswerk, die den Ausbaustatus eines bloßen Stichweges hat, über die Tiefgaragenzufahrt, die ihnen der Entwurf vor die Haustüre legt. Der enge Straßenzuschnitt lasse noch nicht einmal Gegenverkehr zu, sagte ein Bürger. Und wenn die Straße verbreitert würde, fielen die Stellplätze weg. Anhalt widersprach nicht. Es gebe eine Alternativlösung, die die Zufahrt an die Langforter Straße verlege. Dann müsste man aber im Süden des Plangebiets Abstriche bei der Autofreiheit machen. "Uns legt man den Verkehr in die Straße, währen das Quartier autofrei bleibt", empörte sich eine Anwohnerin.

Den Vorschlag eines Anwohners, die vier Tiefgaragen miteinander zu verbinden, um Zufahrten zu sparen, verwarf Anhalt mit der Begründung: "Die Eigentümergemeinschaften erfordern abgeschlossene Bereiche." Außerdem will der Investor ab 2015 in mehreren Abschnitten bauen, als erstes will er die Gebäude mit dem zentralen Quartiersplatz und der großen Tiefgarage in Angriff nehmen.

Quelle: RP
 
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