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Monheim
Standort für Stadthalle steht jetzt fest

Monheim: Standort für Stadthalle steht jetzt fest
Noch nutzt die Firma Hammesfahr die ehemalige Fass-Abfüllhalle als Lager für Henkel-Produkte. FOTO: RALPH MATZERATH
Monheim. 28 Millionen Euro kostet der Umbau voraussichtlich. Im großen Saal der Mehrzweckhalle ist Platz für bis zu 4000 Gäste. Von Petra Czyperek

Die ehemalige Shell-Abfüllhalle an der Rheinpromenade wird zur modernen Stadthalle umgebaut - diese Nachricht übermittelte Bürgermeister Daniel Zimmermann zunächst den Ratsfraktionen und danach auch der Öffentlichkeit. "Wir wollen Eigentümer Uwe Vogel die Fass-Halle abkaufen." Das insgesamt 13.500 Quadratmeter große Grundstück hingegen werde die Stadt in Erbbaurecht pachten. Über den Preis schwieg sich das Stadtoberhaupt aus, weil "der Notarvertrag noch nicht abgeschlossen ist". Der Preis sei angemessen, versicherte er. Die Umbaukosten (ohne Parkplätze) bezifferte Zimmermann auf 28 Millionen Euro. Monheim wird der Firma Hammesfahr, die die Halle derzeit noch als Hochregallager nutzt, ein Ersatzgrundstück hinter dem Monberg zur Verfügung stellen.

Das Büro Hegger, Hegger, Schleiff Architekten (HHS) - das auch die Musikschule entworfen hat - legte jetzt in Abstimmung mit dem Denkmalschutz eine Machbarkeitsstudie für das ambitionierte Projekt vor. Demnach wird die Mehrzweckhalle in das bestehende Industriedenkmal hineingebaut. An der Optik außen wird sich dabei nur wenig verändern. Die Fassade bleibt komplett stehen. Ein modernes Dach schließt die Konstruktion ab. Um eine Halle sowohl für Boxkämpfe als auch für Rockkonzerte, Karnevalssitzungen oder Theateraufführungen zu realisieren, müssen jedoch starke Eingriffe im Inneren vorgenommen werden. Vorgesehen ist es, 35 Prozent der Fläche zu verändern, eine Größenordnung, die das Rheinische Amt für Denkmalpflege als "angemessen" erachtet. Die Stahlbetonkonstruktion im Dach und die Säulen in der Halle stehen unter Denkmalschutz. Sie dürfen deshalb nur in Teilen abgetragen werden. "Eine Herausforderung", wie Zimmermann bekundete. Ein Teil des Gerippes an den Rändern wird stehen bleiben, im mittleren Teil werden Stützen entfernt - auch um freie Sicht auf die Bühne zu gewährleisten - , im hinteren Teil der Halle bleiben sie erhalten. So entstehen ein 2000 Quadratmeter großer Saal für bis zu 4000 Gästen (ohne Stühle) und ein kleiner Saal (600 Quadratmeter) für bis zu 1000 Besucher. Sollen im großen Saal Tische und Stühle stehen, reicht der Raum für 2000 Personen, bei Bankettbestuhlung für 1000 Menschen. Der kleinere Saal fasst mit Tischen und Stühlen 600 Gäste, in der Bankettversion 300 Leute.

Die Betonsäulen und -bögen stehen unter Denkmalschutz. FOTO: HHS

Die Politiker stimmen im Haupt- und Finanzausschuss und am Mittwoch, 18. Mai, im Stadtrat darüber ab, ob sich die Gemeinde das Grundstück per Erbrechtsvertrag sichert. Sie stoßen außerdem den Architektenwettbewerb an und beauftragen die Verwaltung, parallel dazu ein Nutzungskonzept zu erarbeiten.

Bereits im Laufe des nächsten Jahres möchte Daniel Zimmermann die neue Halle fiktiv vermarkten lassen. "Es gibt Comedians, die kommen erst ab einer Hallengröße von 1000 Zuschauern."

Im Sommer 2018 soll der Stadtrat den Baubeschluss treffen. Bis zu diesem Zeitpunkt rechnet er mit 250.000 Euro Planungskosten. "Wir bauen die Shell-Halle dann komplett aus städtischen Mitteln um", konstatierte er. Eine noch zu gründende städtische GmbH soll die Halle anschließend entweder selber betreiben oder sie verpachten. Zimmermann veranschlagt jährliche Fixkosten etwa für Abschreibung, Erbpachtzins und laufende Bauunterhaltung von rund 800.000 Euro. Die Gromoka-Prunksitzung 2020 soll Eröffnungsveranstaltung sein.

Quelle: RP
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