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Monheim
Stationen zeigen Natur im Rheinbogen

Monheim. Gestern eröffneten Tourismusmanagerin Maximiliane Richtzenhain und Bürgermeister Zimmermann den neuen Pfad. Von Petra Czyperek

Raphael ist eigentlich mit seiner Mutter auf dem Weg von der Schule nach Hause. Doch die neuen Hochbeete mit interessanten Pflanzen locken ihn in den Landschaftspark Rheinbogen. Der siebenjährige Naturfreak vergleicht dort sofort aufmerksam die Fotos von Spitzwegerich, Knoblauchrauke und Gundermann mit den Originalpflanzen im Beet. "Cool", findet der Junge es, dass man alle diese Kräuter essen kann. So wie die Kartoffeln und Tomaten, die er selber schon im Blumentopf gezogen hat.

Raphael ist gestern einer der ersten Besucher, die den neuen Naturerlebnispfad im Landschaftspark unter die Lupe nehmen. Bürgermeister Daniel Zimmermann und Tourismusmanagerin Maximiliane Richtzenhain stellten die ersten vier der insgesamt zehn geplanten Stationen vor. Etwa 2,7 Kilometer lang soll der kinderfreundliche Spazierweg später einmal sein.

Spielerisch erklären aufklappbare Tafeln am dreieckigen Beet, welche heimischen Kräuter vielseitig genießbar sind. Auch wenn man bei Löwenzahn vielleicht zuerst an ein hartnäckiges Unkraut denkt, lässt sich aus den jungen Blättern ein herzhafter Salat zubereiten. Die beiden Kölner Kräuterspezialisten Daniel Baer und Diego Gardon zeigen den Teilnehmern einer Wanderung, wo unmittelbar an den Spazierwegen Giersch, große Klette, Beinwell oder Wiesenbärenklau wachsen. Essbare Blätter und Blüten dürfen anschließend verkostet werden.

Lebewesen, die in Feuchtbiotopen heimisch sind, stellt der Naturschutzbund (Nabu) an der zweiten Station vor. Der kleine Teich hat ein flaches Ufer und ist mit Schwertlilien und Blutweiderich bepflanzt. Damit Posthornschnecken, Bergmolche, Rückenschwimmer, Erdkröten und Libellen dort ein neues Zuhause finden, braucht der Tümpel eine gewisse Tiefe, damit er nicht austrocknet, erklärt Frank Gennes, Monheimer Nabu-Beauftragter. Er hat ebenso als lokaler Experte an der Konzeption des Pfades mitgearbeitet wie der Imker Detlev Garn. Der betreut mit Peter Trodtfeld (Bienengesundheitsexperte bei Bayer) die dritte Station, die den Wildbienen gewidmet ist. Von Kindern umlagert ist Garns Glaskasten, in dem sich rund 2000 Bienen emsig tummeln. Mit einem kleinen Bienenhotel und einem Totholzstapel werden an dieser Station künstliche Lebensräume für Wildbienen geschaffen. "Sie bestäuben die Wildkräuter und sind immens wichtig für die Natur", erläutert der Imker.

An der vierten und derzeit letzten Station zeigt die Biologische Station mit drehbaren Würfeln und anhand von Karten die unterschiedlichen Rheinverläufe von der Römerzeit bis heute. Weitere Stationen sind den Themen Streuobstwiesen, Galloway-Rinder, Jagd und Auenlandschaft gewidmet. Sie sollen im Deichvorland errichtet werden, sobald die Bezirksregierung grünes Licht gibt, sagt Maximiliane Richtzenhain. Der Naturerlebnispfad wurde zusammen mit dem Büro Pronatour aus Österreich entwickelt.

Ebenfalls offiziell freigegeben wurde gestern der neue Skatepark an der Kapellenstraße mit Boxen, Pipes, Benches und Rails auf 450 Quadratmetern.

Quelle: RP
 
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