| 00.00 Uhr

Joachim Lapsien
Sterngucker mögen den Herbst

Joachim Lapsien: Sterngucker mögen den Herbst
FOTO: blickwinkel
Langenfeld. Der Baumberger Physiker Joachim Lapsien gibt bei der VHS Langenfeld Astronomie-Kurse. Ein "himmlischer" Höhepunkt ist für ihn die totale Mondfinsternis am Montag nächster Woche.

Herr Lapsien, Ihr neuer Langenfelder Volkshochschul-Kursus heißt "Aktuelles aus der Astronomie". Was kann den "aktuell" sein im Weltraum?

. Der Kosmos befindet sich in ständiger Veränderung. Die astronomische Forschung ist sehr aktiv, und es werden immer wieder sehr interessante Entdeckungen und Phänomene gefunden. Astronomische Forschungsergebnisse aus den unterschiedlichsten Bereichen der Astronomie bereite ich auf und stelle sie während des Kurses vor.

Dr. Joachim Lapsien ist Hobby-Astronom. FOTO: rm-; dpa

Welche Voraussetzungen muss ich als Kursteilnehmer bei ihnen mitbringen?

. Keine speziellen, aber es ist hilfreich, naturwissenschaftlich interessiert zu sein.

Wie alt sind Ihre Kursteilnehmer?

. Ich hatte seit dem ersten Kurs 1994 schon Teilnehmer in einem Altersbereich von zirka 16 Jahren bis über 70 Jahren. Ungefähr 70 bis 80 Prozent sind männlich.

Ist die anbrechende dunkle Jahreszeit für Sternengucker die bessere?

. Ja, es wird früher dunkel, und die astronomischen Phänomene lassen sich dann schon in der ersten Nachthälfte beobachten.

Was gibt es am Himmel über Langenfeld zu sehen?

. Bedingt durch die Nähe zu den Großstädten wird es natürlich nicht so dunkel, wie auf dem Land oder fernab der Großstadt. Mit dem bloßen Auge lassen sich die Sternbilder, unser Mond sowie der Lauf der Planeten beobachten. Und mit einem Teleskop eröffnet sich ein breites astronomisches Betätigungsfeld.

Was sind die himmlischen Höhepunkte in diesem Herbst?

. Am Montag, dem 28. September, findet früh morgens eine totale Mondfinsternis statt, die in voller Länge beobachtet werden kann. Natürlich vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. In diesem Jahr bedeckt der Mond noch zweimal den hellen Fixstern Aldebaran im Sternbild Stier und zwar am 29. Oktober und am 23. Dezember. Und in der zweiten Nachthälfte beziehungsweise am Morgenhimmel vor Sonnenaufgang sind bis Ende des Jahres die sehr auffälligen und hellen Planeten Mars, Jupiter und Venus sichtbar.

Gibt es in Langenfeld oder Monheim besonders günstige "Aussichtspunkte"?

. Gute astronomische Beobachtungsorte sind generell dadurch gekennzeichnet, dass sie abseits der Straßenbeleuchtung liegen und ein großer Bereich des Himmels sichtbar ist. Und da gibt es in Langenfeld und Monheim doch einige.

Sollten Sternbegeisterte auch Observatorien aufsuchen? Wenn ja, welche?

. Das macht durchaus Sinn, da die Sternwarten über Teleskope verfügen, mit denen sich astronomische Phänomene sehr gut beobachten lassen. Zudem bieten die Sternwarten auch Beobachtungsabende mit Erläuterungen an. Die nächstgelegenen öffentlichen Sternwarten sind in Solingen und Erkrath.

Kann ich auch Dinge mit bloßem Auge erkennen oder brauche ich Teleskope oder anderes "Spezialwerkzeug"?

. Mit dem bloßen Auge lassen sich die Sternbilder, die Bewegung der Planeten, die Veränderung von Position und Beleuchtung des Mondes bei seinem Lauf durch die Sternbilder, Himmelsschauspiele wie Mond- und Sonnenfinsternis und helle Kometen beobachten.

In unserem Ballungsraum an der Rheinschiene ist es auch nachts sehr hell. Ist die zunehmende "Lichtverschmutzung" nicht ein Problem für Astronomen?

. Lichtverschmutzung ist ein großes Thema, und die Lage Langenfelds ist natürlich nicht optimal. Aber mit einem Teleskop lassen sich viele interessante Phänomene beobachten, wie zum Beispiel Details auf dem Planeten, Details auf dem Mond, Stern- und Planetenbedeckungen durch den Mond, veränderliche Sterne oder mit entsprechenden Schutzmaßnahmen die Sonne und ihre vielfältigen Phänomene.

JIM DECKER STELLTE DIE FRAGEN.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Joachim Lapsien: Sterngucker mögen den Herbst


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.