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Langenfeld/Monheim
Straßenbauer stopfen jetzt Risse und Löcher

Langenfeld/Monheim. Anders als etwa im Jahrhundertwinter vor sechs Jahren gab es diesmal kaum klirrkalte Nächte. Die Fahrbahnschäden halten sich in Grenzen. Von Dirk Neubauer

Ein Asphalt-Engpass? Bastian Steinbacher, der Leiter des städtischen Betriebshofs in Langenfeld zuckt mit der Schulter. "Momentan können wir nur Kaltasphalt einsetzen", sagt er. Heißer Straßenbelag müsste aus Nachbarstädten herbeigeschafft werden, weil das örtliche Asphalt-Werk derzeit nicht liefert. Da ist es hilfreich, dass aus Langenfeld, Monheim, Hilden und Haan ein und dieselbe Rückfrage kommt, wenn man nach Winterschäden an den Straßen und Wegen fragt: "Welcher Winter?" Anders als etwa im Jahrhundertwinter vor sechs Jahren oder aber auch in den Jahren danach gab es diesmal kaum klirrkalte Nächte. Und darum bleibt die Ausfahrt in den Frühling von Schlaglöchern weitgehend verschont, wie eine Umfrage unserer Redaktion ergab.

In Monheim hatte ein Bürger über den Mängelmelder auf den städtischen Internetseiten auf Frostaufbrüche am rechten Fahrbahnrand des Heerwegs hingewiesen. Wenn Winterschäden auftauchen, dann sind sie "kleineren Ausmaßes". Für Autofahrer sind sie als dumpfes Rumpeln unterm Auto zu hören - und, je nach Güte der Federung, als Schlag in der Wirbelsäule zu spüren. Weil städtische Straßenbauer wissen, dass binnen kurzer Zeit aus einem kleinen ein großes, tiefes Schlagloch wird, schicken die Städte täglich so genannte Straßenbegeher auf die Reise.

Michael Genz zum Beispiel wacht über 850 Straßen und Wege in Hilden. In einem regelmäßigen und vom Amtswegen vorgegebenen Turnus dreht er seine Runden. Mit geschultem Blick, Zollstock und Handy-Kamera rückt er lockeren Fußwegplatten ebenso zu Leibe wie den Schlaglöchern, die sich nach jedem Winter auftun. Denn egal, wie gut eine Stadt ihre Straßen in Schuss hält und wie mild ein Winter auch war - irgendwo bröckelt immer der Asphalt. Und dann hat die jeweilige Stadt im Rahmen ihrer Verkehrssicherungspflicht zu handeln.

So entsteht ein Schlagloch: Am Anfang gibt es einen kaum sichtbaren Riss oder ein kleines Loch. Dadurch dringt Wasser in den Untergrund einer Straße ein. Bei Frost vergrößert sich das Volumen des Wassers um zehn Prozent. Sobald es wieder taut, bleibt ein Hohlraum zurück. Spätestens wenn der nächste 30-Tonner des Weges kommt, bricht der Hohlraum zusammen. Der Straßenbau-Landesbetrieb hat ausgerechnet, dass die Belastung durch eine Zehn-Tonnen-Lkw-Achse die Straßenoberfläche so stark belastet wie 160.000 Autos.

"Bei uns in Langenfeld sind zwei Straßenbegeher ständig unterwegs, um solche Schadstellen zu melden", berichtet Betriebshofchef Steinbacher. Innerhalb des 80 Personen starken Bauhofs gibt es eine 14-köpfige schnelle Eingreiftruppe. Die arbeitet die gemeldeten Holperstellen und Stolperfallen im Stadtgebiet der Reihe nach ab. Zunächst werden die losen Teile beseitigt - und das Schlagloch dann mit Kaltasphalt gefüllt. Der hat den Vorteil, dass er leicht zu verarbeiten ist.

In allen städtischen Etats gibt es Mittel zur großflächigen Reparatur maroder Straßen. Denn irgendwann - so die Experten - hilft das schnelle Flicken nicht mehr weiter.

Quelle: RP
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