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Langenfeld
Strauss: Zentrale und 57 Filialen bleiben erhalten

Das ist Strauss Innovation
Das ist Strauss Innovation FOTO: dpa, Martin Gerten
Langenfeld. Das Ende des Insolvenzverfahrens der Warenhaus-Kette Strauss im Oktober leitete zugleich einen gewaltigen Sparplan ein. Die Zahl von damals 77 Niederlassungen mit etwa 1100 Mitarbeitern wird bis Februar 2016 deutlich verringert. Uwe Gramminger erklärt den Sparkurs des Langenfelder Filialisten. Von Stephan Meisel

Zwei Monate sind seit der Übernahme der Langenfelder Handelskette Strauss Innovation durch die Deutsche Mittelstandsholding vergangen. "Ab dem Frühjahr wird es noch 57 Standorte mit etwa 700 Mitarbeitern geben", sagte am Freitag Geschäftsführer Uwe Gramminger (52) in der Zentrale an der Elisabeth-Selbert-Straße. Der Strauss-Hauptsitz solle - wie seit der Verlagerung aus Düsseldorf 1986 - weiterhin Langenfeld sein.

Ob das Domizil weiterhin das erst Anfang 2015 bezogene Gebäude bleiben wird, steht nach Grammingers Worten indes noch nicht fest. "Als wir von der Raiffeisenstraße hierher umzogen, gingen wir von ganz anderen Größenordnungen aus." Rund 130 Beschäftigte gab es dort noch im Oktober, 40 Prozent der Arbeitsplätze würden erhalten. In allen Unternehmensbereichen werde der Hebel angesetzt. Der Sparkurs verringert auch in der Hauptverwaltung die Stellenzahl. "Die Verhandlungen mit dem Vermieter des für uns nun überdimensionierten Gebäudes laufen noch. Enden sie positiv, bleiben wir dort."

In der Strauss-Zentrale an der Elisabeth-Selbert-Straße arbeiten Geschäftsführer Gramminger und Kreativ-Chefin Tosti jetzt mit verkleinertem Team. FOTO: rm-

Die Mietpreise sind laut Gramminger mit Lage und Kundenfrequenz entscheidend dafür, welche 20 Filialen geschlossen werden. "Das Langenfelder Geschäft an der Hauptstraße bleibt bestehen." Innerhalb der Region gelte dies ebenso für die Filialen in Hilden, Leverkusen, Ratingen und Benrath. Indes führe an Schließungen in Haan und Mettmann, wo der Räumungsverkauf läuft, kein Weg vorbei. Ohne erhebliche Mietnachlässe seien sie nicht profitabel. Bei einigen auf der Kippe stehenden Standorten werde noch verhandelt. Grundsätzlich passe Strauss am besten in gute Lagen von Mittelstädten, weniger ins Zentrum von Metropolen.

Der bisherige zweite Strauss-Geschäftsführer Dr. Hans-Peter Döhmen hat das Unternehmen verlassen. "Ich bin ein klassischer Sanierungsberater auf Zeit", sagt Döhmen. Nach Abschluss des unter dem vorherigen Eigentümer (Beteiligungsgesellschaft "Mühleck") begonnenen Insolvenzverfahrens und dem Verkauf sei dies "ein normaler Vorgang". Kreativ-Chefin Tina Tosti gehört zu dem in der Zentrale verbliebenen Rumpfteam. "Meine Aufgabe ist es dafür zu sorgen, dass Strauss wieder eine eigene Handschrift hat", sagt sie. Über Farbe oder ein Motto sollten ansprechende Produkte zu angemessenen Preisen angeboten werden.

Die früher zum eigenen Nachteil ausgearteten Rabattschlachten soll es Gramminger zufolge nicht mehr geben. "Dafür wollen wir die Kunden immer wieder mit Sonderaktionen überraschen, etwa Kollektionen von Karl Lagerfeld oder Daniel Hechter in begrenzter Stückzahl." Testweise bietet Strauss zurzeit in Hilden und zwei Kölner Filialen Artikel aus dem Sortiment des Filialisten Butlers an. "Zum einen möchten wir eine jüngere Zielgruppe ansprechen und zum anderen überlegen wir, durch eine Kooperation Kräfte zu bündeln."

Quelle: RP
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