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Langenfeld/Monheim/Leverkusen
Superintendent Loerken wiedergewählt

Langenfeld/Monheim/Leverkusen. Synode des Evangelischen Kirchenkreises bestätigt 61-Jährigen im Amt. Zahl der Pfarrer sinkt auf 50. Von Monika Klein

Die Synode, das Leitungsgremium des Evangelischen Kirchenkreises Leverkusen, hat bei ihrer Herbst-Versammlung am Wochenende Gert-René Loerken mit überwältigender Mehrheit als Superintendent wiedergewählt. Er ist zuständig für die 13 evangelischen Gemeinden in den Kommunen Leverkusen, Leichlingen, Burscheid, Langenfeld und Monheim.

Ob er die Wahlperiode von acht Jahren durchhalten wird, ließ der jetzt 61-jährige Theologe, der seit 31 Jahren Pfarrer in Leichlingen ist, offen. Der Job sei zwar anstrengend, andererseits sei die Wiederwahl aber auch eine Bestätigung seiner bisherigen Arbeit. Und er sagte: "Es gibt Dinge, die ich noch anpacken möchte."

In den nächsten Jahren werde man ganz intensiv darüber nachdenken müssen, "wie wir als Kirche in der Gesellschaft aufgestellt sind." In der Nachkriegsgeschichte sei die Kirche eine der wenigen als integer geltenden Institutionen gewesen. Ebenso seien nach der Wende Pfarrer in politische Ämter gewechselt, wie etwa Joachim Gauck. Heute aber sei Kirche nur eine gesellschaftliche Kraft neben anderen. Ein "weiter so" könne es also nicht geben. "Wir werden in Zukunft nicht mehr alle Dinge alleine stemmen können, wir brauchen Partner", sagt Loerken. So wie es jetzt beispielsweise in der Flüchtlingsarbeit bereits der Fall sei.

Wichtig sei ein achtsamer Umgang mit den Pfarrern, die immer weniger werden, so dass sich die Arbeit weiter verdichte. In zehn Jahren sei die Anzahl der Pfarrstellen im Kirchenkreis Leverkusen (inklusive zwölf Schulpfarrer) von 80 auf 50 zurückgegangen. Jetzt müssten Strategien entwickelt werden, um das Angebot aufrecht zu erhalten. Man könne von der katholischen Kirche lernen, die Pfarrteams gebildet hat. Außerdem könnten Pfarrer Ehrenamtliche ausbilden, beispielsweise für Seelsorge in Krankenhäusern, Altenheimen und der Notfallseelsorge. Einen großen Einbruch werde es in zehn Jahren geben, wenn sehr viele Theologen in den Ruhestand gehen. Weil mindestens ein Drittel der Mitarbeitenden in OGS und Kitas nicht mehr der Kirche angehören, müsse es eine theologische Basisausbildung für Mitarbeiter geben.

Weitere Strukturveränderungen stehen an, beispielsweise in Langenfeld, wo man die Johannesgemeinde in Stadtzentrum beibehalten, aber deutlich verkleinern und Teile des Zentrums vermarkten will. Anderes Sorgenkind ist die Manforter Johanneskirche. Die Finanzlage des Kirchenkreises ist derzeit entspannt, das vereinbarte Ziel, 560.000 Euro bis 2020 einzusparen, werde man erreichen, so Loerken.

Wiedergewählt wurde auch Berufsschulpfarrerin Anne Becker als Scriba, zweite Stellvertreterin des Superintendenten.

Quelle: RP
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