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Langenfeld/Monheim
Tafeln haben Zulauf wie selten zuvor

Langenfeld/Monheim: Tafeln haben Zulauf wie selten zuvor
Die 30-jährige Aminat Gigieva aus Tschetschenien hilft inzwischen bei der Monheimer Tafel mit. Früher holte die Mutter von fünf Kindern dort selber Lebensmittel für die Familie. FOTO: Ralph Matzerath
Langenfeld/Monheim. Mit der Zahl der Asylbewerber steigt auch die Kundenzahl. Bisher können die freiwilligen Helfer den Andrang meistern. Von Petra Czyperek

Väter und ihre kleinen Kinder, Frauen mit Kopftüchern und auch viele ältere Menschen reihen sich in die lange Warteschlange vor der Lebensmittelausgabe der Monheimer "Tafel" an der Brandenburger Allee ein. Die Wartenden haben Einkaufstrolleys oder große Taschen dabei. Der Andrang ist so groß, dass die Helfer Nummern ausgeben müssen, damit es bei der Ausgabe neben der Johanneskirche geordnet zugeht.

Wer bei der "Tafel" Brot, Gemüse, Obst oder Käse abholt, muss einen Ausweis vorlegen, der ihn als bedürftig einstuft. Als Grundlage dafür könne der Rentenbescheid ebenso dienen wie ein Nachweis darüber, dass jemand Sozialhilfe beziehe, oder der Asylbescheid, erläutert Manfred Poduschnick, Vorsitzender des SKFM in Monheim. Rund 300 Ausweise für Bedürftige sind momentan ausgegeben, doch nur ungefähr 150 Inhaber sind auch "aktive Tafelkunden", wie Poduschnick sie nennt. An den Ausgabetagen dienstags und donnerstags kommen jeweils 60 Familien und Alleinstehende. Die Tendenz sei steigend. Rudi Hain (SKFM) registriert derzeit 30 Prozent mehr Lebensmittelbedarf als noch im Sommer 2015 - bevor die große Flüchtlingswelle Deutschland erreichte.

Kamen in früheren Jahren verstärkt Menschen vom Balkan und aus Staaten rund um das Mittelmeer, seien es jetzt Syrer, Eritreer, irakische Kurden und Afghanen. Obwohl die Zahlen steigen, ist Manfred Poduschnick zuversichtlich, dass die 65 ehrenamtlichen Helfer, die teilweise schon über 80 Jahre alt sind, es schaffen. "Sie setzen sich sehr für die Tafel ein, arbeiten im Schichtbetrieb oder abwechselnd an den Ausgabetagen." So wie Eleonore Breininger. Die 76-Jährige steht seit elf Jahren regelmäßig in den Räumen an der Brandenburger Allee. Heute verteilt sie Eier. "Ich helfe gerne und freue mich, unter Menschen sein zu können", beschreibt die Seniorin ihre Motivation.

Die 30-jährige Aminat Gigieva aus Tschetschenien holt währenddessen Paprika und Auberginen aus den Gemüse-Kisten. Die Mutter von fünf Kindern lebt seit rund zweieinhalb Jahren in Monheim, hat sich früher selber bei der "Tafel" versorgt und hilft jetzt aktiv mit.

Das Essen spenden örtliche Supermärkte und Bäckereien. Helfer fahren täglich mit drei Lieferwagen los, um die Waren, die in den Geschäften nicht mehr verkauft werden, abzuholen. In einem großen Kühlraum lagern Lebensmittel, die leicht verderben. Leider fehlten bei den Spenden häufig die Milchprodukte, bedauert Hain. 200 Liter Frischmilch pro Ausgabetag wären gerade für die vielen Familien mit kleinen Kindern notwendig, manchmal könnten aber nur zehn bis 15 Liter verteilt werden. Auch bei der "Tüte" des SkF in Langenfeld steigen die Besucherzahlen. Waren es im Sommer 2015 noch 50 bis 70 Kunden an einem Einkaufstag, kamen im Dezember bis zu 110 Bedürftige, berichtet Rainer Sartoris. Aktuell seien 338 Einkaufsberechtigungen gültig - insgesamt profitierten 559 Menschen von den Lebensmitteln der Tüte, darunter 95 Kinder und 241 Einzelpersonen. Das Warenangebot sowohl bei der "Tafel" als auch bei der "Tüte" sei schwankend. "Selten ist genug für alle da", sagt Sartoris vom Langenfelder SkF.

Quelle: RP
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