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Langenfeld
Tangopaar auf Tour

Langenfeld: Tangopaar auf Tour
Nicole Nau und Luis Pereyra haben im Café Mahlwerk ihr außergewöhnliches Bühnenprogramm vorgestellt: Tanz und Lesung. FOTO: Ralph matzerath
Langenfeld. Das deutsch-argentinische Tanzpaar Nicole Nau und Luis Pereyra ist mit seiner Company und seinem Programm "Tanze Tango mit dem Leben" auf großer Tour. Dabei macht es auch Halt in Langenfeld. Von Kathrin Bochnia

"Tanzen ist Hochleistungssport. Der tut auch mal weh", gibt Nicole Nau (53) zu. Dennoch ist ihr anzusehen, dass sie für den Tango lebt. "Tango bedeutet mir alles. Er hat mein Leben verändert."

Um den Tango zu lernen, war die Düsseldorferin vor 30 Jahren nach Argentinien gegangen. Tanzen wollte sie damals, um das, was in ihrer Seele ist, herauszulassen. Nau sah in München die Show "Tango Argentino", in der auch Luis Pereyra mitwirkte. Dabei wurde ihr klar, dass es nicht das klassische Ballet, Modern Dance oder Flamenco ist, was sie tanzen möchte, sondern der feurige argentinische Paartanz.

Dieser habe ihr ein ganz neues Leben geschenkt, eine neue Heimat. Von der Deutschen ohne Geld, Job und professioneller Tanzausbildung ist sie zum Star der argentinischen Tangoszene geworden. Ihr Gesicht schmückt sogar Briefmarken. Doch neben Ruhm und Erfolg schenkte der Tanz ihr ihren Tanzpartner und Mann Luis Pereyra (51) und eine neue Kultur. Durch Tango habe sie das Leben und das Frausein gelernt. Darüber hat sie das Buch "Tanze Tango mit dem Leben" geschrieben, das 2013 veröffentlicht wurde. Ein sehr persönliches, autobiografisches Buch. In einem einzigartigen Format bringen Nau und Pereyra dieses nun im August und September auf kleine Bühnen Deutschlands. "Es ist keine Lesung oder Revue. Wir tanzen das Buch", erklärt Nau.

Dabei würden sie ein Bühnenprogramm haben, das weltweit einmalig ist. "Wir tanzen, steppen, trommeln, singen, musizieren. Und zwischendurch lese ich auch mal eine kurze Passage", beschreibt Nau.

Dabei würden wichtige Stationen im Leben von Nicole Nau und Luis Pereyra erzählt, aber auch ihr Alltag und "wie mein Mann mit mir im Training umgeht, alles ganz ehrlich", schmunzelt Nau. In der Show versuchen sie besonders, mit dem Klischee des Tangos aufzuräumen. "Der Tango ist ein Dialog zur Musik", findet Nau. "Er ist kein gewöhnlicher Standardtanz, bei dem Schrittfolgen eingeübt werden. Der Tango wird improvisiert." Dabei folge die Frau auch nicht der Führung des Mannes, sondern interpretiere diese. Das ist es auch, was die Deutschen am Tango so spannend fänden, vermutet Nau. "Man bricht mit der klassischen Rollenverteilung und ist für einen Moment weg von der Welt." Weiter erklärt die Tänzerin, dass das wichtigste Musikinstrument im Tango, das Bandoneon, sogar aus Deutschland stamme, genauer aus Karlsfeld. Auch die typische Tango-Umarmung sei europäisch. Daher sei die Verbundenheit Deutschlands zum Tango gar nicht so gering.

Nicole Nau kündigt an, dass die Bühnenshow auch Wissen über Argentinien vermittele. Das läge auch daran, dass Pereyra aus Santiago del Estero, einer ländlichen Gegend, stamme. "Viele Besucher unserer Produktion sprechen uns nach der Show an und berichten, dass sie vieles gar nicht gewusst hätten. Manchmal hört man auch, dass Zuschauer nun nach Argentinien reisen möchten", freut sich Nau über die positiven Reaktionen. Wer mit Nicole Nau und Luis Pereyra eine kleine Reise nach Argentinien und in ihr Leben dort machen möchte, kann dies am 3. September im Schaustall in Langenfeld tun.

www.schauplatz.de

Quelle: RP
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