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Langenfeld
Teddy-Hospital untersucht Kuscheltiere

Langenfeld: Teddy-Hospital untersucht Kuscheltiere
Cornelius hört bei seinem Stoffbären den Bauch ab, um gemeinsam mit Ansgar Müller (r.) die Ursache für seine Schmerzen zu ergründen. FOTO: RALPH MATZERATH
Langenfeld. Das Deutsche Rote Kreuz, der Kinderschutzbund und das Kinderhaus wollen Kindern die Angst vor dem Arzt nehmen. Von Christin Grawe

Viele kleine Kinder kommen mit ihrem Kuscheltier unter dem Arm herein und warten darauf, dass ihr Freund von der Ärztin untersucht wird. Das ist beispielsweise Lucky, Der Plüschhund hat sich das Bein gebrochen, sagt sein Besitzer Ben (5) aus dem Kindergarten Rappelkiste. Wie das wirklich passiert ist, weiß er gar nicht genau.

Bereits zum 12. Mal wurde gestern das "Teddy Hospital" im Haus des Deutschen Roten Kreuzes eingerichtet. Dort können Kinder ihre Plüschhunde oder -bären und Puppen von richtigen Ärzten und medizinischen Fachleuten untersuchen lassen. Das Gemeinschaftsprojekt des Deutschen Roten Kreuzes Langenfeld und etwa des Kinderschutzbundes hat zum Ziel: Die Angst vor dem Arzt gar nicht erst aufkommen zu lassen.

Endlich ist Ben an der Reihe. Kinderärztin Sabine Muscheid erkennt schnell, dass mit dem Bein etwas nicht in Ordnung ist und schickt die Beiden in die Röntgenabteilung. Lucky wird auf eine Liege platziert, das Licht wird angeschaltet. Im Anschluss werden Kind und Patient mit einem echten Röntgenbild - alte Bilder aus dem Krankenhaus - zurück zur Ärztin geschickt. "Siehst du, das sind die Knochen und da ist einer etwas kaputt. Der Hund braucht wohl einen Verband", erklärt sie. Wie andere Kinder darf Ben assistieren.

Die Kuscheltiere haben ganz unterschiedliche Symptome. Manche haben Bauch- oder Kopfschmerzen, andere haben sich etwas gebrochen. Ein Kind hat sogar Angst, dass sein Stofftier explodieren könnte. Das ist auch für die Ärztin keine Routine. Mit leichtem Schmunzeln um die Lippen und viel Geduld kümmert Sie sich um jeden Patienten, klebt Pflaster auf, hört Bäuche mit dem Stethoskop ab und leuchtet die Ohren aus.

Auch bei der Zahnärztin Antje Krayer gibt es viel zu tun. Auf ihrem Tisch befinden sich Schläuche, Zangen, Spiegel und eine extra Kiste für die Zahnfee. "Hat er sich denn abends nicht die Zähne geputzt? War er ein bisschen bärig?" , fragt sie Dan (5), der mit seinem Stoffwaschbären zu Besuch ist. Sie erklärt ihm, dass der Bär ein Loch im Zahn habe. Gemeinsam entfernen sie den Karies, polieren die Zähne, dann bekommt der Bär eine Füllung aus Knete. Anschließend darf Dan sich eine Zahnbürste aussuchen, damit in Zukunft der Waschbär keine Zahnschmerzen mehr bekommt.

"Die Kinder sind sehr neugierig, sie wollen alles genau wissen", freut sich Peter Schäfer, Gruppenleiter des Jugendrotkreuzes Langenfeld. Er zeigt ihnen draußen die Rettungswagen und erklärt ihnen, wie man mit den Tragen und dem Verbandszeug umgeht. Die Kinder haben besonders Spaß daran, einmal das Herzmessgerät bei der Erzieherin auszuprobieren. Für die Besucher gibt es viel zu entdecken und sie können jede Menge Informationen mit nach Hause nehmen. Insgesamt hatten sich 200 Kinder aus Langenfeld angemeldet, um an dem Projekt teilzunehmen. "Die Aktion wird immer positiv aufgenommen", sagt auch Guido Halbach, Leiter des Jugendrotkreuzes. Er sieht den Sinn des Projektes vor allem darin, den Kindern die Angst vor der Angst zu nehmen. Nachdem Lucky verarztet ist, gibt Sabine Muscheid Ben noch Medikamente mit und steckt ihm Gummibärchen in die Hand. "Ich glaube, dass Lucky recht schnell gesund wird. Die Roten gibst du ihm, damit er nicht solche Schmerzen hat. Der Rest ist für dich."

Quelle: RP
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