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Langenfeld/Monheim
Tempo 30 gilt in fast allen Wohngebieten

Langenfeld/Monheim: Tempo 30 gilt in fast allen Wohngebieten
FOTO: Adfc
Langenfeld/Monheim. Das Land erleichtert die Einrichtung von Tempolimits. Die RP fragt nach: Was verändert sich dadurch in den Städten? Von Petra Czyperek

Bund und Land wollen Tempo-30-Zonen in Städten voranbringen und dazu bürokratische Hürden abbauen. Doch in Langenfeld und Monheim dürften sich Änderungen in Grenzen halten, verlautete auf Anfrage aus beiden Rathäusern. So gebe es beispielsweise in keiner der beiden Städte eine Schule, vor der schneller als 30 Stundenkilometer gefahren werden darf. Ebenso gilt etwa vor dem Richrather St.-Martinus-Krankenhaus oder dem Seniorenstift Peter-Hofer-Haus in Baumberg dieses Tempolimit.

Was ist der Hintergrund? Das Bundesverkehrsministerium plant jetzt, dass es in ganz Deutschland auf allen Hauptverkehrsstraßen in sensiblen Bereichen mit besonders schützenswerten Teilnehmern, etwa um Schulen, Kindergärten oder Pflegeheimen, leichter werden soll, dort die Geschwindigkeit herabsetzen zu lassen. Bisher muss nachgewiesen werden, dass es sich um einen Unfallschwerpunkt handelt.

Wie halten es die Verkehrsplaner in Monheim und Langenfeld mit Tempo 30? Aus Sicht von Andreas Apsel, Fachbereichsleiter Bauwesen in Monheim, bringen die Vorschläge von Minister Alexander Dobrindt für Monheim keine neuen Erkenntnisse. "Wir haben flächendeckend Tempo 30." Ausnahmen sind nur die Kreis- und Landstraßen sowie einige Hauptachsen wie Berghausener- und Opladener Straße. Und das Teilstück mit Tempo 70 auf der Baumberger Chaussee (L353) - zwischen Knipprather- und Opladener Straße - werde mit Fertigstellung des neuen Kreisverkehrs demnächst auf Tempo 50 zurückgesetzt. Auch der Langenfelder Verkehrsplaner Franz Frank zählt die städtischen Straßen, auf denen Tempo 50 gilt, nach eigenen Worten quasi an den Fingern seiner Hände ab: "Der Winkelsweg gehört dazu, auch die Richrather Straße."

Welche Änderungen plant der Bund für Radfahrer? Den Radverkehr regelt Bundesminister Alexander Dobrindt in seinem Entwurf ebenfalls neu. Er setzt unter anderem darauf, dass nicht nur Kinder, sondern auch die Begleitpersonen den Gehweg benutzen dürften, statt auf der Straße nebenher zu fahren. Dies sei familienfreundlich und sorge für mehr Sicherheit, so heißt es.

Was sagen die städtischen Planer zu dem Vorschlag? Die Ansicht, dass Eltern als Begleiter radfahrender Kinder besser ebenfalls den Gehweg nutzen sollten, teilt die Monheimer Verwaltung nicht. Die Fahrradbeauftragte Stephanie Augustyniok entwickelte in der Rheingemeinde ein Radverkehrskonzept, dessen Ziel es ist, die Zweiradfahrer wieder zurück auf die Straße zu holen, eben unter dem Sicherheitsaspekt. Eine Ausnahme bleibt die Baumberger Chaussee - dort entsteht der Radschnellweg mit einer separaten Spur.

Was ist für E-Bikes vorgesehen? Vereinfachen soll die Verordnung auch das Radeln für E-Bike-Fahrer. Radwege könnten innerhalb der Ortschaften auch für sie freigegeben werden, wenn sie nicht schneller als 25 Stundenkilometer sind. Zwar sind E-Bikes in Monheim noch nicht bei der Verkehrsplanung berücksichtigt worden, Andreas Apsel glaubt aber, dass es hier in Zunkunft durchaus Regelungsbedarf gibt.

Warum wurde in Langenfeld zuletzt das erlaubte Tempo reduziert? Das Tempo hat in Langenfeld auf einigen Straßen auch der vom Rat beschlossene Lärmaktionsplan gedrosselt und damit weiter vereinheitlicht. Im September 2015 wurde beispielsweise die Geschwindigkeit auf der Hauptstraße zwischen Wilhelmstraße und Berliner Platz von Tempo 40 auf 30 herabgesetzt. Das sei weniger eine Aktion für mehr Sicherheit als ein Instrument zum Lärmschutz und zum flüssigeren Fahren. In Dezibel gemessen machten zehn Stundenkilometer zwar kaum etwas aus, doch "die Rollgeräusche der Reifen sind ab 35 Stundenkilometer lauter, als das Motorengeräusch", sagte Franz Frank. Eine zweite Lärmschutz-Maßnahme gibt es auf der Theodor-Heuss-Straße (L402). Zwischen Richrather Straße und Lindberghstraße gilt jetzt Tempo 50 statt früher 60.

Quelle: RP
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