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Monheim
Tennisvereine wollen fusionieren

Monheim. Die drei Monheimer Clubs sollen jetzt ihren Bedarf an Räumen und Plätzen ermitteln. Von D. Schmidt-Elmendorff

Tennis ist kein Modesport mehr. Deshalb verzeichnen die drei örtlichen Tennisvereine seit Jahren schwindende Mitgliederzahlen. Dazu macht sich der demografische Wandel bemerkbar. "Die Jugend kostet uns viel Geld, dafür fehlt der gesunde Mittelbau. Und in absehbarer Zeit werden uns aus Altersgründen weitere Mitgliederbestände wegbrechen", sagt Ulrich Anhut, zweiter Vorsitzender des Baumberger Tennisclubs 1975. "Die Mitglieder-Beiträge reichen immer weniger aus, die Fixkosten zu decken."

Da jeder Club für sich genommen zu klein wird, wollen die drei Tennisvereine ihre Fusionspläne nun konkret in Angriff nehmen. Selbst der TC Blau-Weiß-Vorstand, dem es in den vergangenen Jahren gelungen ist, mit viel Werbung die Mitgliederzahlen zu steigern, zieht mit. "Das Thema läuft", sagt der 1. Vorsitzende Bernd Lehmann. Eine mögliche räumliche Zusammenführung aller Tennisvereine auf dem Auskiesungsgelände der Firma Braas wurde bereits in der aktuellen Bauleitplanung eingeplant.

Erst kürzlich wurden bei einem gemeinsamen Gespräch mit dem Bürgermeister entsprechende Aufgaben verteilt. Es gehe darum, den Bedarf an Räumen in einem neu zu errichtenden Clubhaus sowie an Plätzen zu ermitteln, so Lehmann. Es müsse auch geklärt werden, wie die Grundstücke, auf denen die Vereine sitzen, verwertet werden können und wer letztlich welche Kosten trägt.

Den Vorstand des BTC, der die Anlage an der Sandstraße auf einer ehemaligen Deponie seit mehr als 40 Jahren betreibt, treibt auch ein gewisser Sanierungs-Rückstau an. "Das Geld sitzt nicht mehr so locker, obwohl wir noch der größte Verein sind", bekennt der erste Vorsitzende Wolfgang Windges. Außerdem könnte man auf einer gemeinsamen Anlage Synergieeffekte bei der Pflege von Plätzen und Anlagen nutzen.

Der demografische Wandel hat den TC Rot-Gelb besonders hart getroffen: "Wir haben nur noch Herren-Mannschaften ab 40, 55 und 75 Jahren, aktive Spieler zwischen 20 und 40 Jahren gibt es kaum", sagt der 1. Vorsitzende Uwe Rodemerk. In dieser Altersgruppe seien die Männer beruflich einfach zu sehr engagiert und lebten zu weit verstreut. Er selbst steuert den Verein aus der Ferne - er arbeitet in Siegen. In den Becker-Boomjahren ab 1985, als sogar Aufnahmestopps verhängt wurden, versäumten es die Vereine über viele Jahre, gesunde Altersstrukturen zu schaffen, urteilt Lehmann.

Um ihren Sport auch im Winter betreiben zu können, müssen alle Vereine auf die private Tennishalle Pesch, die Sandberghalle oder das Sportzentrum Berghausen zurückgreifen. Aus diesem Grund hatten CDU und FDP in einem gemeinsamen Antrag angeregt, die Verhandlungen mit Braas bezüglich der Verfüllung der Kiesgrube dahingehend zu ändern, dass dort auch eine tiefer gelegene Tennishalle gebaut werden könne. Eine solche Einbettung in die Landschaft würde auch den von der Kreisverwaltung geforderten Luftaustausch zwischen Rhein und Knipprather Wald nicht stören. In einer Stellungnahme hatte die Stadt allerdings erklärt, dass dies schon wegen des hohen Grundwasserspiegels und der Länge der dann zu bauenden Zufahrt nicht möglich sei. Außerdem sei die fragliche Fläche bereits verfüllt. Der Boden müsste wieder abgetragen werden.

Dennoch soll die Verwaltung das Bebauungsplanverfahren 121 M "Am Kielsgraben" - das neben zweieinhalb Kunstrasenplätzen auch 14 Tennis-Plätze plus Vereinsheim vorsieht - in Abstimmung mit dem Kreis Mettmann und den Grundstückseigentümern jetzt weiter vorantreiben.

Quelle: RP
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