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Langenfeld
Todesstrecke A1: Entschärfung wirkt langsam

Langenfeld. Die Zahl der Unfälle zwischen Burscheid und Leverkusen ist zwar zurückgegangen, sie bleibt aber hoch. Von Tim Kronner

Die Autobahn 1 von Wermelskirchen in Richtung Leverkusen gilt als "Todesstrecke". Seit dem 1. Juli 2014 ereigneten sich dort 288 Unfälle mit zwei Toten, 80 Verletzten (15 davon schwerverletzt). Die im Mai beschlossenen Gegenmaßnahmen haben nur teilweise gefruchtet. Nach 100 Unfällen im ersten Quartal 2015 waren es im zweiten immer noch 95."Es ist ein Rückwärtstrend zu erkennen", sagt Herrmann Schiffer, Leiter der Autobahnpolizei Köln. "Auf dieser Strecke kann jede Ablenkung tödlich sein."

Im Mai hatte eine Sonderunfallkommission (Polizei, Straßen.NRW und Bezirksregierung) Maßnahmen beschlossen, um die Zahl der Unfälle auf der A 1 zu reduzieren. Diese sind mittlerweile zu großen Teilen verwirklicht. Lastwagen dürfen nicht mehr überholen, es gelten feste Geschwindigkeitsbegrenzungen (für Lkw nach Burscheid Tempo 60, für Pkw ein gestaffeltes Limit zwischen 130 und 80), zudem wurden elektronische Stauwarnanzeigen aufgestellt. Die Geschwindigkeit überprüft die Polizei mobil, stationäre Blitzeranlagen sind in Planung.

Insgesamt drei Messpunkte gibt es auf dem Abschnitt zwischen Burscheid und dem Kreuz Leverkusen, zum Beispiel auf einer Brücke bei Burscheid. "Wir führen unsere Maßnahmen alle offen durch. Das heißt, wir sind deutlich als Polizei erkennbar", erklärt Schiffer. Bei den Kontrollen gehe es darum, Unfälle zu verhindern - die Polizei wolle kein Geld eintreiben. Viele Fahrer sind zu schnell unterwegs. Seit Beginn der verstärkten Kontrollen registrierte die Polizei 1563 Ordnungswidrigkeiten, sie sprach 932 Verwarnungen aus und fertigte 631 Anzeigen wegen überhöhter Geschwindigkeit. Zu hohe Geschwindigkeit ist aber nicht die Hauptunfallursache, sie belegt mit knapp zehn Prozent Platz drei. Häufigste Ursache ist ein zu geringer Abstand zum Vordermann. Denn bei 60 Prozent aller Unfälle in diesem Teilstück handelt es sich um Auffahrunfälle. Um die Fahrer zu mehr Abstand anzuhalten, nutzt die Polizei auf der Burscheider Brücke auch ein Abstandsmessgerät. "Die Leute wissen oft nicht, wie wichtig genügend Abstand ist. Da geht es um Leben und Tod", warnt Schiffer. Alleine bei den Überprüfungen im Juli fuhren 253 Fahrer zu nah auf. Kontrolliert wird dies auch in Leverkusen von der Brücke Altenberger Straße aus.

Viele Unfälle entstehen zudem beim Fahrstreifenwechsel (13,8 Prozent). Diese Wechsel seien besonders gefährlich, wenn Lastwagen trotz Verbots unvermittelt auf die mittlere der drei Fahrspuren ausscheren. "Man sollte zu jedem Zeitpunkt aufmerksam sein", sagt Schiffer. Dazu gehöre auch das Einschalten des Warnblinklichts, wenn ein Stauende in Sicht ist, was viele Autofahrer und Lkw-Lenker missachten.

Weil die Polizei nicht immer vor Ort sein kann, plant die Stadt Leverkusen auf Anregung der Unfallkommission die Einrichtung stationärer Geschwindigkeitsanlagen. Wann und wo diese aufgestellt werden, will die Sonderunfallkommission heute beschließen. Ob die Blitzer auch nach Fertigstellung der "Stauverursacher" Rheinbrücke und Autobahnkreuz Leverkusen stehen bleiben, ist offen.

Quelle: RP
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