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Trend Cold Brew
Total heiß auf kalten Kaffee

Trend Cold Brew: Total heiß auf kalten Kaffee
Ralph Steinke setzt im Café mit Liebe in Monheim den Cold Brew an und lässt ihn im Kühlschrank ziehen. FOTO: RALPH MATZERATH
Langenfeld. Kaffeetrinken ist Kult. Besonders kultig ist derzeit der so genannte Cold Brew oder Cold Drip - ein Kaffee, der - wie der Name verrät - kalt aufgeschüttet wird. In der Region ist derzeit das Kreativcafé mit Liebe in Monheim noch der einzige Anbieter des trendigen Getränks. Von Isabel Klaas

Ralph Steinke, Kaffee-Experte vor Ort, erklärt, was es mit dem frischen Muntermacher auf sich hat.

"Wir schütten das Kaffeepulver wie Tee in einer speziellen Glaskanne auf und lassen es 18 Stunden im Kühlschrank ziehen." Serviert wird die kalte Köstlichkeit im Glas mit Eis - und ganz exotisch - mit Zitrone. Schon die klare helle Farbe des Getränkes mache viele Gäste neugierig. "Die Nachfrage wächst", sagt er.

Da der Cold Brew in der Regel aus fruchtig-leichten Bohnen, wie sie aus Äthiopien bekannt sind, hergestellt wird, unterstreiche ein Tropfen Zitrone die fruchtige Note, sagt Steinke. Angeboten werden aber auch Varianten: mit etwas Rohrzucker, wie man ihn in Peru trinkt. Oder mit einem Schuss Tonic, der dem Kaffee eine leichte Süße mit herbem Einschlag verleiht. Auf Nachfragen bietet das Café an der Turmstraße in Monheim all diese Varianten gerne an.

"Übrigens", sagt Steinke, "gibt es auch noch den Cold Drip. Der läuft acht Stunden mit kaltem Wasser durch eine Spezial-Filterkanne. Den haben wir aber nicht." Auch Frank Klappach vom Mahlwerk in Langenfeld, erwägt den kalt gebrühten Kaffee in absehbarer Zeit ins Angebot aufzunehmen. "Ja, ich weiß. Das ist ein neuer Trend aus Amerika, der sich auch hier langsam durchsetzt", sagt er. Erst einmal freut sich der Inhaber des beliebten Cafés in der Langenfelder Innenstadt, dass er seit kurzem die Lizenz zum selber Rösten in der Tasche hat. Spätestens zur Schlemmermeile am 26. und 27. August will er den ersten heiß Aufgebrühten mit frisch gerösteten Bohnen servieren. "Der schmeckt einfach aromatischer und frischer, und man kann den Röstgrad selbst bestimmen." Allerdings wird die neue Röstmaschine nicht im Café selbst ihren Duft verbreiten, sondern wurde aus Platzgründen sozusagen ausgesourct nach Langfort, wo sie ihren ständigen Standort haben wird.

Klappach hat beobachtet, dass die Ansprüche an den Kaffee-Genuss gewachsen sind. Deshalb ist er immer auf der Suche nach neuen Spezialitäten. "Einmal im Jahr treffe ich die Bauern, von denen ich die Bohnen beziehe, und rede mit ihnen über neue Sorten und Geschmacksrichtungen." Den direkten Kontakt zum Produzenten nennt man "Direct Trade" .

In Hilden ist das Café Röstzeit an der Mittelstraße der Bohnen-Experte vor Ort. Dort kommen seit einem Jahr nur ausgesuchte Sorten in die Röstmaschine. Der Cold Brew hat sich bei den Hildener Gästen offenbar nicht durchgesetzt und wurde nach einem kurzen Testlauf wieder von der Karte genommen. "Wir haben hier ein eher weniger experimentierfreudiges Publikum", sagt Patricia Lange, langjährige Angestellte. "Bei uns ging Cold Brew einfach nicht." In heißen Zeiten kredenzen die Experten dort Affogato: einen doppelten Espresso mit Vanilleeis und Sahne. Eine Kugel wird in eine kleine Tasse oder ein kleines Glas gegeben und mit heißem übergossen. Die Eiskugel "ertrinkt" sozusagen (ital. affogare) im Espresso. Affogato wird mit einem kleinen Löffel gegessen. "Das Zusammenspiel von heiß und kalt mögen sehr viele", sagt Lange. "Und dann sind natürlich Eis-Kaffee und Eis-Schokolade sehr beliebt."

Wer Kaffee pur genießen will, kann im Ausschank kosten.

Quelle: RP
 
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