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Langenfeld
Tour de Post durch Langenfeld

Langenfeld: Tour de Post durch Langenfeld
Der sportliche Briefträger Richard Neugebauer machte einen Zwischenstopp in Langenfeld. FOTO: Staschik
Langenfeld. Es ist eine Meisterleistung, die Richard Neugebauer vollbracht hat. Nicht allein die Strecke von München nach Düsseldorf innerhalb von fünf Tagen mit dem Fahrrad zurückzulegen, ist eine Herausforderung, sondern, dass er sie mit einem regulären Zustellfahrrad fährt. Von Sandra Grünwald

"Das ist 35 Kilo schwer", verrät der Postbote. Seit fünfzig Jahren bringt er jeden Tag mit dem Fahrrad die Briefe zu den Menschen. "Ich mache das sehr gerne", sagt er. "Fahrräder seien beim Zustelldienst nicht wegzudenken." Da der 65-jährige Ingolstädter nicht nur ein passionierter Postbote, sondern auch noch passionierter Sportler ist, verbindet er beide Dinge gerne, um für einen guten Zweck tätig zu werden. So hat er sich im Rahmen der "Tour de Post" mit seinem gelben Trikot auf den Weg gemacht, um zum Startpunkt der diesjährigen Tour de France nach Düsseldorf zu fahren und dabei Spenden zu sammeln. "Ich kam auf die Idee, weil wir in diesem Jahr den zweihundertsten Geburtstag des Fahrrads feiern", erklärt er.

Die Aktion führt er aus zwei Gründen durch. "Zum einen fahre ich für meine Kollegen", verrät er. "Denn wir Postboten müssen jeden Tag raus, bei Wind und Wetter." Außerdem hat er für seine Tour Spenden bekommen. "Kinder liegen mir sehr am Herzen", sagt Richard Neugebauer. "Deshalb unterstütze ich mit dieser Aktion Kinder." Fast 9.000 Euro sind zusammengekommen, worüber sich der Extremsportler sehr freut. "Mein Arbeitgeber ist sehr großzügig." So konnte er bereits Schecks an Schulen und Waisenhäuser überreichen. In Bonn wurde er von Jürgen Gerdes, dem "Chef aller Postboten Deutschlands" empfangen, der sogar eine kurze Strecke mitgeradelt ist. "Es war schön, meinen Chef einmal kennenzulernen." In Langenfeld wartete der Leiter der Niederlassung Düsseldorf, Werner Berghüser, vor dem Briefverteilzentrum Langenfeld auf ihn. "Ich finde es großartig, wie Werner Neugebauer sportlichen und sozialen Einsatz miteinander verbindet", so Berghüser. Auch in den Postleitzahlregionen 40, 41 und 42 sei das Fahrrad das meist genutzte Transportmittel für die Zustellung. "Von 1.480 Bezirken werden in 633 die Briefe mit dem Fahrrad zugestellt. Das sind 43 Prozent", weiß Berghüser.

Für seine "Tour de Post" hat Richard Neugebauer hart trainiert, aber er hatte auch ein gutes Team, das ihn begleitet und für sein Wohlergehen gesorgt hat. So manches nette Erlebnis hatte er unterwegs. "Am Rhein hat mir ein Ehepaar nachgerufen: Ein Eilbrief ist unterwegs!", erzählt Neugebauer. Schließlich war er stets recht zügig unterwegs, um die Strecke in den fünf Tagen zu schaffen. Dabei hatte er vor allem bergab ein mulmiges Gefühl. "Ich bin auch fünfzig Stundenkilometer gefahren, aber da hat alles geklappert." Es ist eben doch das Rad eines Briefträgers und nicht das eines Tour-de-France-Fahrers. Nach seinem Zwischenstopp in Langenfeld macht er sich auf zum Endspurt nach Düsseldorf, wo er von vielen Kollegen gefeiert wird.

Quelle: RP
 
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