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Langenfeld
Trotz Rückgangs: Stadt baut Flüchtlingsunterkünfte aus

Langenfeld. Bei zurzeit 779 Asylbewerbern gibt es viele freie Plätze.

779 Asylbewerber wohnen zurzeit in Langenfeld, sagt die Erste Beigeordnete Marion Prell. "Nach wie vor sind uns in diesem Jahr noch keine Flüchtlinge zugewiesen worden. Denn das Land verteilt sie seit einigen Monaten auf die Großstädte, die 2015 einen vergleichsweise geringen Anteil bei sich aufgenommen hatten." Gleichwohl hatte Langenfeld im Herbst unter dem Eindruck des vermeintlich ungebremsten Flüchtlingszustroms den Ausbau von Gemeinschaftsunterkünften vorangetrieben. Und tut dies trotz aktueller Überkapazitäten weiter.

Zurzeit gibt es 868 Schlafplätze in Unterkünften an der Kölner Straße auf und neben dem LVR-Klinikgelände, in Alt Langenfeld, Am Hang, in der Wiescheider Schulturnhalle und Bürgerhalle, in der Wilhelm-Würz-Sporthalle, an der Bachstraße sowie am Fahlerweg. Von 199 zusätzlich in einer Gewerbehalle an der Bahnhofstraße geschaffenen Plätzen sei noch keiner belegt. Gleiches gelte für den ersten von zwei Containerbauten (je 156 Plätze) neben dem Freibad an der Theodor-Heuss-Straße sowie die bezugsfertige Leichtbauhalle (60 Plätze) an der Bahnstraße. Drei weitere Leichtbauhallen am Winkelsweg und an der Haus Gravener Straße sollen in wenigen Tagen bereitstehen, kündigt Prell an. Mit weiteren ehemaligen LVR-Klinikgebäuden (185) und vor allem dem ab Ende Mai verfügbaren Neubau am Winkelsweg (310) erhöhen sich die Kapazitäten enorm. Der zweite aus Fertigteilen hergestellte Wohncontainer mit 156 Plätzen neben dem Freibad wird wohl im Juni entstehen, für ein drittes bereits verbindlich bestelltes Gebäude dieser Art werde im Stadtgebiet noch ein passender Standort gesucht. "Wo er platziert werden soll, ist noch völlig offen."

Die Beigeordnete hält es für notwendig, sich für den Fall zu wappnen, dass Langenfeld wieder viele neue Flüchtlinge zugewiesen werden. "Keiner weiß, was international in den nächsten Monaten passiert und welche Folgen das für uns haben wird." Daher stehe auch die kleine Turnhalle des Konrad-Adenauer-Gymnasiums erst einmal nicht für Sportler bereit, obwohl die Erstaufnahme von noch nicht registrierten Flüchtlingen als Amtshilfe fürs Land beendet ist. "Auf alle Fälle sollte es mit all den jetzigen Kapazitäten möglich sein, die noch belegte Wilhelm-Würz-Halle nach den Sommerferien wieder dem Schul- und Vereinssport zu überlassen."

(mei)
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