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Monheim
Türkei stimmt neuer Städtepartnerschaft zu

Monheim. Die Urkunden für den Austausch von Monheim und Atasehir sollen im Juni unterzeichnet werden. Von Thomas Gutmann

Bis Ende Januar - so sagte Bürgermeister Daniel Zimmermann in der Ratssitzung kurz vor Weihnachten - rechne er mit einer Entscheidung auf türkischer Seite. Ganz so schnell ist es nicht gegangen mit der Zustimmung des Bezirks-Stadtrats von Atasehir, doch inzwischen haben auch die Vertreter des Istanbuler Bezirks grünes Licht gegeben für eine Städtepartnerschaft mit Monheim. "Weil Atasehir vor der Abstimmung im Gemeinderat die Zustimmung des Innenministeriums einholen musste, hat sich das Ganze etwas verzögert, aber jetzt steht der Städtepartnerstadt nichts mehr im Wege", teilte Zimmermann gestern mit.

Unterzeichnet werden sollen die Partnerschaftsurkunden in der zweiten Juni-Hälfte in Monheim. "Dann ist ohnehin eine Schüleraustauschgruppe aus Atasehir hier. Somit böte sich eine Begleitung durch eine offizielle Delegation des Stadtbezirks an. Die Einladungen hierfür werden wir in Kürze rausschicken", sagte Zimmermann.

Atasehir wird die sechste Partnerstadt von Monheim sein: nach Wiener Neustadt (Österreich, seit 1971), Tirat Carmel (Israel, 1989), Delitzsch (Sachsen, 1990), Bourg-la-Reine (Frankreich, 2000) und Malbork (Polen, 2005). Die Gemeinde ist einer von 39 Stadtbezirken der 16-Millionen-Einwohner-Metropole Istanbul. Flächenmäßig ist Atasehir nur wenig größer als Monheim, hat indes gut neunmal so viele Einwohner wie die künftige Partnerstadt am Rhein, nämlich rund 400 000.

Geknüpft wurden die Bande zu Atasehir vom Otto-Hahn-Gymnasium. Die deutsch-türkische Tanzgruppe des OHG war schon mehrfach am Bosporus zu Gast. Bei einem Gegenbesuch türkischer Schüler im vorigen Juni waren auch zwei Vize-Bürgermeister von Atasehir dabei. Erst vor wenigen Wochen empfing Zimmermann abermals Deutsch-Schüler aus Istanbul, die Monheim auf Einladung des OHG besuchten. Die Entscheidung für die Partnerschaft im Stadtrat im Dezember fiel einstimmig. CDU-Fraktionschef Markus Gronauer trug allerdings "Bedenken aus der Bevölkerung" vor und warnte davor, die autoritäre Regierungspolitik Ankaras hoffähig zu machen. Dies ändere aber nichts daran, dass die Partnerschaft "grundsätzlich richtig ist", betonte Gronauer jetzt auf Anfrage: "Es geht um Kontakte zwischen Menschen und Vereinen, und dieser Austausch kann die demokratischen Kräfte nur stärken."

Bürgermeister Zimmermann, der Atasehir mit Gronauer und SPD-Fraktionschef Werner Goller besuchte, befürchtet ebenfalls keine diplomatischen Verwicklungen: "Mit den Partnerschaften mit Tirat Carmel und Malbork haben wir bereits sehr gute Erfahrungen gemacht, trotzt aller historischen Vorbelastungen im Verhältnis Deutschlands zu Israel und Polen."

Quelle: RP
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