| 00.00 Uhr

Langenfeld/Hilden
Überfälle auf Tankstellen: Die Angst bleibt

Langenfeld/Hilden. Der ältere Mann muss den Tätern genau gegenüber gestanden haben. Das vermutet Nadine Vukan. Sie ist Pächterin der Shell-Tankstelle an der Hochdahler Straße, die vor einer Woche überfallen wurde. Der Fahrer des roten Kleinwagens wollte eigentlich den Verkaufsraum der Tankstelle betreten. "Doch als er erkannte, was dort passierte, lief er weg und fuhr mit quietschenden Reifen von der Tankstelle", berichtet Tommy Vaessen, Lebensgefährte von Nadine Vukan, bei Facebook. Beide hoffen nun, dass sich der Fahrer meldet, um bei der Identifizierung der Täter zu helfen.

Mit einer Waffe hatten zwei Maskierte am 6. Februar um 21.50 Uhr kurz vor Geschäftsschluss der Shell-Tankstelle an der Hochdahler Straße den 22-jährigen Mitarbeiter mit einer Waffe bedroht. Sie entkamen mit einer geringen Menge Bargeld. Mit der Tat setzt sich die Reihe der Tankstellen-Überfälle im Kreis Mettmann fort. Nach Angaben von Polizeisprecherin Claudia Partha gab es 2015 vier Überfälle in Hilden, keinen in Haan. Ebenso wie die jetzt betroffene Shell-Tankstelle lag im Mai vergangenen Jahres auch die überfallene Star-Tankstelle an der Hochdahler Straße - einer Ausfallstraße, die eine schnelle Flucht garantiert.

In den vergangenen drei Jahren ist die Zahl der Überfälle in der Region gestiegen. 2015 wurden im Kreis Mettmann sieben Tankstellen überfallen. Im Jahr zuvor waren es nur vier, 2013 nur einer. Dabei gibt es keine bevorzugten Städte: Von den zehn im Jahr 2011 verübten Überfällen geschahen zwei in Hilden, zwei in Haan, drei in Heiligenhaus sowie je einer in Langenfeld, Mettmann und Ratingen. 2012 waren es drei Überfälle, einer davon ereignete sich in Haan, zwei in Langenfeld. Der einzige Überfall im Jahr 2013 passierte in Erkrath. Und von den vier Überfällen 2014 geschahen zwei in Langenfeld, einer in Monheim und einer in Ratingen. 2015 wurden vier Tankstellen in Hilden, eine in Erkrath, eine in Langenfeld und eine in Wülfrath überfallen. "Ein Trend ist anhand dieser Fälle nicht abzulesen", sagt Partha. Im Bundesdurchschnitt sinkt die Zahl der Raubüberfälle auf Tankstellen übrigens: Nach Angaben des Bundeskriminalamts gab es 2009 noch 926 Überfälle in Deutschland, 2014 war die Zahl auf 681 geschrumpft.

Das liegt womöglich an modernen Sicherungssystemen. "Die Sicherheitsstandards bei Shell sind die höchsten in der Branche. Durch das i-cash-Kassensystem ist Bargeld faktisch nicht verfügbar, sondern wandert beim Kassiervorgang in einen gesicherten Tresor, den nicht mal der jeweilige Betreiber selbst öffnen könnte, so dass sich ein Raub eigentlich nicht lohnt. Offenbar wussten das die Täter nicht, was gewisse Rückschlüsse auf den Täterkreis zulässt", berichtet Vaessen.

(arue)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Langenfeld/Hilden: Überfälle auf Tankstellen: Die Angst bleibt


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.