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Langenfeld/Solingen
Unbekannte zünden Erdbeer-Bude an

Langenfeld/Solingen: Unbekannte zünden Erdbeer-Bude an
Landwirtin Christina Weeger hinter den Trümmern ihres Verkaufsstands an der Stadtgrenze Langenfelds zu Solingen. FOTO: RALPH MATZERATH
Langenfeld/Solingen. Wenige Tage vor dem großen RKV-Erdbeerfest in Richrath wird Gastgeber Weeger Opfer einer Brandstiftung. Von Thomas Gutmann

Wochenend und Sonnenschein - für Christina und Markus Weeger ist das nicht unbedingt der Garant fürs Glücklichsein. Und das hat nichts mit dem Haufen Arbeit zu tun, die heiteres Sommerwetter den Richrather Obstbauern beschert. "Mal wird ein Verkaufsstand aufgebrochen, mal ein Dixie-Klo umgeworfen, das andere Mal ein frisch gepresster Heuballen zerfleddert - und das oft, wenn das Wetter an einem Wochenende so richtig schön ist", seufzt Christina Weeger. "Aber dass jemand sogar eine unserer Erdbeerbuden niederbrennt, das gab es bis zum vergangenen Pfingstwochenende noch nicht."

Abgefackelt wurde der hölzerne Verkaufsstand an der Bonner Straße, nördlich der Haus-Gravener-Straße kurz hinter der Langenfelder Stadtgrenze auf Solinger Stadtgebiet. Als die Weegers ihn gestern mit frischen Erdbeeren und Spargel beliefern wollten, trafen sie die Verkäuferin neben einem Haufen verkohlter Bretter an. "Immerhin ist keine Ware vernichtet worden", sagt Christina Weeger. "Nach Aufbrüchen, bei denen unter anderem mit Eiern um sich geworfen wurde, räumen wir die Buden jetzt abends immer leer."

Laut Polizei wurde die Feuerwehr in der Nacht zum gestrigen Dienstag gegen 2 Uhr alarmiert. Sie löschte den Brand schnell, doch die von Markus Weeger selbstgezimmerte Bude ist hinüber. "Wir gehen von Brandstiftung aus", sagte ein Sprecher des zuständigen Polizeipräsidiums in Wuppertal. Den unmittelbaren Schaden schätzen die Ermittler auf "ein paar hundert Euro". Schlimmer wiegen die Umsatzeinbußen. "Um sie möglichst gering zu halten, werden wir so schnell wie möglich einen unserer Verkaufsstände vom Hof dorthin bringen", sagt Christina Weeger gestern.

Zeit, sich groß zu ärgern, hat die 46-Jährige ohnehin nicht: Am kommenden Wochenende veranstaltet der Richrather Karnevalsverein (RKV) sein 40. Erdbeerfest auf dem Weeger-Hof am Rietherbach. "Ab Mittwoch rückt der RKV mit seinen vielen Helfern an, erst für die Elektrik, dann mit den Bierständen und Kühlwagen", sagt die Bäuerin. "Das heißt, wir müssen den Hof und die große Scheune bis dahin freigeräumt und unsere landwirtschaftlichen Maschinen umgestellt haben."

Heinz Wermeling, Vorsitzender des RKV, hat keinen Zweifel, dass der Zeitplan fürs Erdbeerfest trotz des Zwischenfalls eingehalten wird - er kennt die Weegers seit Jahrzehnten als zuverlässige Partner. "Aber so eine sinnlose Tat ist natürlich sehr bedauerlich", sagt der 70-Jährige. Er selbst habe es erst kürzlich ebenfalls mit Feuerteufeln zu tun gehabt. "Eines unserer Werbeplakate fürs Erdbeerfest, das wir nachmittags in Wiescheid aufgehängt hatten, war abends schon heruntergebrannt", berichtet Wermeling.

Die Freude aufs Erdbeerfest wollen sich aber weder Wermeling noch die Weegers von den Brandstiftern nehmen lassen: "Das Publikum erwartet das altbewährte Festkonzept", sagt der RKV-Chef: "Erdbeer-Bowle, -kuchen, -spieße und viele andere Köstlichkeiten, reichlich Live-Musik sowie Unterhaltung auch für die Kinder."

Quelle: RP
 
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