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Monheim/Langenfeld
Unfall-Ampel sorgt weiter für Diskussionen

Monheim/Langenfeld: Unfall-Ampel sorgt weiter für Diskussionen
Die Einmündung Baumberger- auf die vielbefahrene Berghausener Straße (L 353): Hier prallte am Montagmorgen der von links kommende Motorrollerfahrer gegen den 777er. Die Busfahrerin auf diesem Bild hat Glück: Eine Radlerin hat den Ampelknopf gedrückt, so dass für die Autos auf der L 353 Rot angezeigt wird. FOTO: Ralph Matzerath
Monheim/Langenfeld. Nicht die Stadt, sondern die Bahnen der Stadt haben Recht: Die Ampel an der "Wasserski-Kreuzung" reagiert nicht auf wartende Autos. Von Thomas Gutmann

So viel steht fest: Mit Geduld - wie es tags zuvor aus dem Monheimer Rathaus hieß - kommt ein Autofahrer an dieser Kreuzung nicht weiter. "Springt die Ampel auf Grün, wenn Sie hier ein bisschen warten?" Der junge Mann hinter dem Steuer des roten Opel Corsa guckt etwas verdutzt angesichts dieser Frage. Gut 26 Stunden nach dem schweren Unfall an dieser Stelle steht er an der Einmündung der Wiener Neustädter- auf die Berghausener Straße und schüttelt den Kopf: "Grün? Da können Sie lange warten. Grün kommt nur, wenn Sie den Knopf für die Fußgänger oder Radfahrer drücken."

Also hat Michael Hamann, Betriebsleiter der Bahnen der Stadt Monheim (BSM), Recht. Seine Kollegen am Steuer des 777er-Busses müssten, um die Berghausener Straße an der "Wasserski-Kreuzung" Wiener Neustädter-/Baumberger Straße zu überqueren, sich entweder umsichtig über diese vielbefahrene L 353 wagen oder aussteigen und den Ampelknopf drücken, sagte er nach dem Zusammenstoß eines Motorrollerfahrers mit einem BSM-Bus am Montagmorgen. Andreas Apsel vom städtischen Bereich Bauwesen dagegen ging nach eigenen Worten bis zum Unfalltag davon aus, dass die Schleife im Asphalt intakt sei und der Ampel signalisiere: Hier wartet ein Auto, bitte Grün!

Bei dem Unfall erlitt der Rollerfahrer schwere Verletzungen. Der 34-Jährige hatte nach den bisherigen polizeilichen Ermittlungen auf der Berghausener Straße in Richtung Langenfeld mehrere Autos überholt. Der Busfahrer (51), aus Richtung Wasserski-Zentrum kommend und die Kreuzung querend, sah den Rollerfahrer nach eigener Aussage erst, als es zu spät war. Der Langenfelder prallte mit seinem Piaggio gegen die linke Seite des Busses. Ein Rettungswagen brachte den Schwerverletzten in die Uniklinik Düsseldorf. Sein Gesundheitszustand ist dem Vernehmen nach stabil, aber nicht komplikationslos. Der Busfahrer und seine sieben Fahrgäste kamen mit dem Schrecken davon. Weil die Berghausener Straße für mehr als anderthalb Stunden bis gegen 8.30 Uhr komplett gesperrt war, staute sich der Verkehr in Monheim und Langenfeld kilometerweit.

Ein Thema ist die defekte Ampel auch im Sportcentrum Berghausen gegenüber der Wasserski-Anlage. "Im Berufsverkehr am Nachmittag ist es besonders brutal. Da können Sie froh sein, wenn Sie nur nach rechts abbiegen müssen. Die Busfahrer, die hier über die Berghausener Straße müssen, können einem leid tun", seufzt Hausmeister Ertzan Kara-Met (41). Oft drückten wartende Autofahrer auch den Ampelknopf, weil eine "ängstliche" Vorderfrau sich schlicht nicht auf die Kreuzung wage. "Da kommt man manchmal zum Verrecken nicht durch", ärgert sich auch Rezeptionistin Christine Nelhübel (49). Beide hoffen wie viele andere Langenfelder und Monheimer, dass die Ampelanlage - wie von der Stadt Monheim zugesagt - im Sommer erneuert wird. Weil der zuständige Landesbetrieb Straßen NRW sich zu der 80.000-Euro-Investition nicht in der Lage sieht, geht die Stadt nun in Vorkasse und nimmt das Vorhaben selbst in die Hand.

Quelle: RP
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