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Langenfeld/Monheim
Unfall ruft Pipeline-Gegner auf den Plan

Langenfeld/Monheim. Im Bayer-Werk in Brunsbüttel trat Kohlenmonoxid aus, fünf Personen wurden dabei verletzt. Initiativen schlagen Alarm. Von Norbert Kleeberg

Ein Unfall im Bayer-Werk Brunsbüttel (Kreis Dithmarschen) hat bei den Gegnern der geplanten CO-Pipeline für erhebliche Unruhe gesorgt. Dieter Donner, Sprecher der Initiativen, die sich seit Jahren vehement gegen die Inbetriebnahme der Röhre in der Region wehren, betonte: "Das Unglück zeigt einmal mehr, wie gefährlich Kohlenmonoxid für die Menschen ist.

Hans-Werner Heise, Sprecher der Polizeidirektion Itzehoe, bestätigte gestern, dass bei Rohrarbeiten im Werk Kohlenmonoxid ausgetreten sei. Dies habe sich bestätigt. Fünf Personen seien dabei verletzt worden, so Heise. Der Unfall hat sich bereits am vergangenen Dienstag, 24. September, ereignet. Die Meldung, dass ein Betroffener in Lebensgefahr war und reanimiert werden musste, bestätigte sich laut Heise aber nicht.

Auch in der Politik sorgt der Unfall für Diskussionen. Der Vorfall zeige, wie wichtig es sei, "im Kampf gegen die CO-Pipeline nicht nachzulassen", betonten die Fraktionsspitzen der Bürger Union, Alexander von der Groeben und Angela Diehl. Entgegen weit verbreiteten Meinungen seien bei einer möglichen Leckage nicht nur die Stadtteile Breitscheid, Eggerscheidt und Ratingen Ost betroffen. Bei bestimmten Windverhältnissen könne sich die nicht wahrnehmbare Gaswolke über das gesamte Stadtgebiet ziehen.

Die Erörterung im sogenannten Planänderungsverfahren zur CO-Pipeline soll nach derzeitiger Planung Anfang November in der Essener Grugahalle stattfinden. Die Bayer Material Science AG (BMS) hatte im Mai 2012 einen Antrag auf Planänderung im Hinblick auf die CO-Pipeline gestellt. Unter anderem sollen kleinräumige Trassenabweichungen, die Verwendung von abweichenden Rohrmaterialien und die Verlegung einer zusätzlichen Geo-Grid-Matte genehmigt werden. Nach Offenlage der Unterlagen des Planänderungsantrages sind bei der Bezirksregierung mehr als 24 000 Einwendungen eingegangen.

Das gesetzlich vorgeschriebene Verfahren sieht vor, dass mit den Behörden, den Betroffenen und den Personen, die Einwendungen erhoben haben, sowie der Vorhabensträgerin (BMS) ein Erörterungstermin durchgeführt wird. Unter Berücksichtigung aller Erkenntnisse aus dem voraussichtlich mehrtägigen Erörterungstermin wird die Bezirksregierung Düsseldorf anschließend feststellen, ob das Vorhaben entscheidungsreif ist oder ob weitere Sachverhaltsermittlungen erforderlich sind.Es handelt sich um einen nicht-öffentlichen Termin. An diesem Termin dürfen deshalb neben der Genehmigungsbehörde, der Trägerin des Vorhabens und den Behörden nur Einwenderinnen, Einwender, sonstige Betroffene und deren gesetzliche Vertreterinnen und Vertreter, Bevollmächtigte sowie Sach- und Rechtsbeistände teilnehmen. Am Eingang werden entsprechende Identitätskontrollen durchgeführt.

Die Pipeline-Gegner hatten bereits im Mai das Angebot von Bayer Material Science abgelehnt, über eine zwischengeschaltete Agentur das Pipeline-Projekt zu besprechen. In einem Schreiben an den Bayer-Vorstand erklärten die Vertreter der Interessengemeinschaften gegen die Pipeline, dass sie ein Gespräch nicht für sinnvoll halten, es werde ein Moderator eingeschaltet, der mit dem Thema an sich nichts zu tun habe, so die Kritik. Bayer hat die Kommunikationsagentur Ifok damit beauftragt, die Gegner einzuladen, um über die CO-Pipeline zu diskutieren.

"Die Bayer Material Science AG hat sich mit dem Projekt CO-Pipeline verrannt", erklärten Dieter Donner, Erich Hennen und Wolfgang Cüppers als Vertreter der Interessengemeinschaften in dem Schreiben. Bayer Material Science hatte die Absage bedauert.

Unterdessen bereiten die Initiativen in der Region rund um Düsseldorf den Erörterungstermin vor. "Es wird wohl mehrere Veranstaltungstage geben", erklärte Donner, "wer sich in die Einwendungslisten eingetragen hat, kann an der Erörterung teilnehmen. Er muss am Eingang den Ausweis vorzeigen."

Quelle: RP
 
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