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Monheim
"Urlaub zum Abschalten nutzen"

Monheim. Katholischer Sozialverband KKV plädiert für "Kultur der Unerreichbarkeit".

"Weil die Arbeit nie aufhört, muss der Mensch immer wieder mit der Arbeit aufhören - zumindest im Urlaub und am Sonntag. Deshalb fordern wir seit längerem eine ,Kultur der Unerreichbarkeit' als Teil einer neuen Arbeitsphilosophie." Mit diesen Worten appelliert Bernd-M. Wehner, Monheimer Bundesvorsitzender des KKV, Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung, in der Ferienzeit erneut an Arbeitgeber und Vorgesetzte, ihre Mitarbeiter wirklich abschalten zu lassen. Allein dass fast jeder zweite Erwerbstätige in Deutschland nach Feierabend in seine Dienst-Mails schaue, wie eine Befragung der Meinungsforscher von YouGov ergab, zeige, wie stark der Beruf in das Privatleben eingreife. Hinzu komme, dass fast 20 Prozent mindestens einmal pro Woche nach Feierabend dienstlich angerufen würden. Kein Wunder, dass etwa jeder Dritte die ständige Erreichbarkeit als "eher" oder "sehr belastend" empfinde. "Keiner ist aber so wichtig, dass er jederzeit für seinen Arbeitgeber erreichbar sein muss", unterstreicht Wehner.

Jeder kennt den Loriot-Sketch "Szenen einer Ehe", bei denen der Ehemann einfach nur sitzen will, während seine Ehefrau, "die den ganzen Tag hin und her rennt", ihn dazu auffordert, etwas zu tun. Genau hier wird laut Wehner deutlich: "Der Mensch braucht Phasen, in denen er ausspannen, seine Seele baumeln lassen kann - völlig zweckfrei und scheinbar nutzlos." Und genau deshalb plädiere der KKV immer wieder für mehr Mut zur Balance zwischen Arbeit und Freizeit. Er wirbt damit für eine neue Arbeitsphilosophie, die den Menschen wieder in den Mittelpunkt stellt.

"In der Hektik der Zeit und in der Entfremdung von der Natur haben viele Menschen verlernt, Stille 'auszuhalten', geschweige denn sie zu genießen. In jeder kleinsten Wartepause werden sie zappelig, nervös, setzen sich Kopfhörer auf, lassen sich berieseln oder telefonieren miteinander", sagt auch die Psychotherapeutin Elisabeth Lukas. Auch eine aktuelle Studie der Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) bestätigt: Ständig für den Beruf auf Abruf zu stehen, hat negative Auswirkungen auf die Gesundheit. So gaben ein Fünftel der Befragten an, dadurch in ihren Schlaf- und Erholungszeiten beeinträchtigt zu sein.

(gut)
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