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Langenfeld/Ratingen
Wie man Heizungsrohre selbst isoliert

Verbraucherzentrale NRW: Wie man Heizungsrohre selbst isoliert
Die Energieberater Susanne Berger und Heribert Rubarth demonstrieren, wie einfach es ist, freiliegende Heizungsrohre selbst zu isolieren. Das Material gibt es für wenig Geld im Baumarkt, der Spareffekt ist enorm. FOTO: Achim Blazy
Langenfeld/Ratingen. Die Verbraucherzentrale gibt bei einer landesweiten Aktion Tipps zum Thema Heizkosten sparen. Von Joachim Preuss

Mit einer landesweiten Aktion will die Verbraucherzentrale NRW Hausbesitzer ermuntern, mit wenigen Handgriffen ihre Heizkosten zu drücken. Es gibt Info-Stände und telefonische Beratungen. So waren unlängst beim Langenfelder Herbstmarkt Energie-Experten der VZ mit einem Stand vertreten.

Die Fachleute demonstrierten, wie man mit wenigen Handgriffen und preiswertem Material aus dem Baumarkt selbst die Heizungsanlage dämmt. Das Einsparpotenzial sei enorm, sagt Susanne Berger, Energieberaterin in Ratingen und zuständig für den Kreis Mettmann, und verweist auf eindrucksvolle Zahlen: "Mit der einfachen Dämmung von Heizungs- und Warmwasserrohren können allein die Bewohner von Ein- und Zweifamilienhäusern in Ratingen jährlich rund 670.000 Euro sparen."

Der Blick in den Keller reicht der Expertin zufolge aus, um schnell die Lücken in der Rohrisolierung zu finden: "Blanke Heizungsrohre in kalten Kellern geben ständig ungenutzte Wärme ab, verschwenden also Energie." Die Lösung sei einfach: Mit genormten Isolierschläuchen und selbstklebendem Wickelband aus dem Baumarkt könne man selbst die Wärmelecks stopfen. Berger: "Im Jahr können Verbraucher rund 14 Euro pro Rohrmeter sparen, wenn sie die Heizungsrohre isolieren." Die Materialkosten lägen unter 10 Euro je Meter: "Die Maßnahme lohnt sich also im ersten Jahr."

Länger dauere es, bis sich beispielsweise der Austausch des Heizkessels oder der Umwälzpumpe amortisiert haben. Alte Umwälzpumpen, die dafür sorgen, dass das heiße Wasser vom Kessel durch die Leitungen gedrückt wird, könnten bis 100 Watt Strom schlucken, so Berger. Sie gelten daher als die wahren Energiefresser im Heizungskeller. Dagegen kämen sogenannte Hocheffizienzpumpen mit nur fünf bis zehn Watt aus. Der Pumpenaustausch (etwa 450 Euro inklusive Montage) rechnet sich also schnell. "Wenn der Heizkessel ohnehin spätestens in zwei Jahren ausgetauscht werden soll, sollte man bis dahin warten", sagt Berger.

Was kann man noch tun, um Energiekosten zu sparen? Zum Beispiel durch richtiges Lüften: "Kein Fenster auf ,Dauerkipp', sondern lieber drei- bis viermal am Tag für fünf bis zehn Minuten ,stoßlüften'", empfiehlt Florian Bublies, Energieberater der Verbraucherzentrale in Langenfeld. Auch ein einfacher kleiner Dreh am Thermostatventil spare Geld. Die Rolladenkästen oberhalb der Fenster seien, wenn sie nicht isoliert sind, wahre "Wärmeschlupflöcher". Dämmmaterial kostet etwa 15 bis 30 Euro pro Quadratmeter. Das Isolieren schafft auch ein Heimwerker. Der spart dann pro Quadratmeter etwa zehn Euro jährlich ein. Ungedämmte Kellerdecken sorgen nicht nur für kalte Füße, sondern auch für Energieverluste. Berger: "Mit ein wenig handwerklichem Geschick kann man seine Kellerdecke auch selbst dämmen." Die Materialkosten lägen dabei zwischen 20 und etwa 30 Euro.

Das Gleiche gilt für den Dachboden. "Durch jeden zusätzlich gedämmten Quadratmeter werden pro Jahr drei Euro gespart", haben die Energieexperten ausgerechnet.

Nicht mehr für Heimwerker geeignet ist die Dämmung der Außenhülle des Hauses: Sie kann aber immerhin 40 bis 70 Prozent einsparen. Auch eine Pelletheizung anstelle des alten Ölkessels senkt die Energiekosten um rund 35 Prozent. Solche Anlagen kosten etwa 20.000 bis 25.000 Euro. Ein Teil der Kosten gibt es als Zuschuss von Staat zurück.

Quelle: RP
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