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Monheim
Verhandlungen zum Ärztehaus stocken

Monheim. Rainer Kohl ist der Investor. In Monheim können sich noch drei Hausärzte niederlassen. Von D. Schmidt-Elmendorff

Seit Juli 2013, der Schließung des St. Josef-Krankenhauses, klafft eine große Wunde in der wohnortnahen medizischen Versorgung der Monheimer. Inzwischen dürften die Selbstheilungskräfte der Natur gewirkt haben. Denn seit dem Sommer 2015 ziehen sich nun schon die Verhandlungen mit der katholischen Kirchengemeinde über Abrisskosten und den Erbbaurechtsvertrag hin. Ob die acht Interessenten für die Arzt-Praxen dem Projekt noch die Treue hielten, kann Thomas Waters, Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft, nicht sagen. Das Problem sei die Komplexität solcher Verträge: "Der Investor würde das Grundstück lieber kaufen", so Waters. "Weil es schwieriger ist, bei Banken Geld zu leihen - Erbaurecht ist hier einfach nicht sehr gängig", sagt Investor Rainer Kohl. Zudem sei beim Erbbaurecht eine spätere Veräußerung der Immobilie wegen der eventuell nur noch kurzen Laufzeit schwierig, so Waters. Zwei Drittel des dreigeschossigen Komplexes, der aus zwei Baukörpern bestehen soll, sollen für Wohnzwecke genutzt werden. Es könnten einem wegen der enorm langen Abstimmungsprozesse Zweifel kommen, ob die Kirchengemeinde das Projekt wirklich mitträgt - obwohl es ihr sehr gute Einnahmen bringen wird.

Auch Bernd Wehner vom Kirchenvorstand wagt keine genaue Prognosen mehr bezüglich der Vertragsunterzeichnung, nachdem seine bisher letzte - "Ende 2016" - ergebnislos verstrichen ist. Keinesfalls habe die Gemeinde die Angelegenheit mutwillig verschleppt, aber es seien viele Partner mit im Boot, was die Terminfindung erschwere. Und "der Teufel steckt bekanntlich im Detail". Es sei eben einer der "hehren Grundsätze der Kirche", kein Land zu verkaufen. Zuletzt habe der Investor noch Änderungswünsche geltend gemacht, die aber nicht alle vom Generalvikariat akzeptiert wurden. "Vielleicht muss nochmal verhandelt werden", so Wehner.

Inzwischen wurde eine noch 2014 bestehende Lücke in der ambulanten Versorgung geschlossen, nachdem sich eine Augenärztin im Rathauscenter niedergelassen hat. Wie gut Monheim insgesamt mit Ärzten ausgestattet ist, weiß die Kassenärztliche Vereinigung: Nach den Vorgaben des Gesetzgebers bildet die Stadt Monheim einen hausärztlichen Versorgungsbezirk, sagt KV-Sprecher Christopher Schneider. Demnach sind in der Stadt Monheim insgesamt 25 Allgemeinmediziner oder Hausärzte niedergelassen, das entspricht einem Versorgungsgrad von 99,1 Prozent. "Lediglich drei KV-Sitze waren Ende 2016 frei." Bei der fachärztlichen Versorgung stellt der gesamte Kreis Mettmann die entscheidende Planungsgröße dar. "Bei den fachärztlichen Grundversorgern (Frauen-, HNO-, Kinderärzte) sind eine ausreichende Zahl an Medizinern niedergelassen", so Schneider. Wegen der guten Versorgungslage bestehe sogar kreisweit eine Zulassungssperre, es dürfen sich derzeit keine zusätzlichen Fachärzte mehr niederlassen.

Quelle: RP
 
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