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Langenfeld/Leverkusen
Versicherte sollten Unwetterschäden schnell melden

Langenfeld/Leverkusen. Der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute sagt, was nach Hagelschlag oder Kellerflutung zu tun ist.

Die schwülwarme Waschküchenluft des Tiefs "Elvira" hat am Wochenende vielerorts Starkregen, Gewitterböen und Hagel verursacht. Gestern ging es mit Stark- und Dauerregen weiter. Jetzt fragen sich viele, welche Versicherung für mögliche Schäden bei Unwettern aufkommt.

Autos Bei Kraftfahrzeugen sei das relativ unproblematisch, sagt Sebastian Meurer, Sprecher des Bezirks Leverkusen im Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK): "Die Kasko-Versicherungen kommen dafür auf, wenn Autos durch umgestürzte Bäume, Hagel, herabgefallene Dachziegel oder durch Überflutung von Straßen beschädigt wurden. Sie zahlen, zwar abzüglich vereinbarter Selbstbehalte, aber ohne Rabatt-rückstufung." Wichtig sei, dass der Schaden den betreuenden Versicherungsvermittlern zügig gemeldet wird. "Dann können die Schadenskosten auch zeitnah ersetzt werden", sagt Meurer.

Haus und Garten Gewitterböen erreichen häufig Windstärke 8 und mehr, was Sturm bedeutet. Dann sind für Häuserschäden die Gebäude- und bei Wohnungen die Hausratversicherungen für den Schadenersatz zuständig. Überspannungsschäden durch Blitzeinschlag ersetzt in der Regel die eigene Hausratversicherung. Ein genauer Blick in die Vertragsunterlagen gibt konkrete Auskunft, ob auch zusätzlich noch zertrümmerte Fenster- und Glasscheiben erneuert werden. Für Hochwasserschäden, beispielsweise verursacht durch einen Rückstau aus der überforderten Kanalisation, kommt nur eine Elementarschadenversicherung auf, die in die bereits bestehende Gebäude- oder Hausratversicherung eingeschlossen werden kann. "Die Elementarschadenversicherung deckt auch Schäden von Erdrutschen, Erdsenkungen und sogar von Erdbeben ab", erklärt Sebastian Meurer. Wer beim Umfang seines Versicherungsschutzes unsicher ist, sollte sich von einem Versicherungsvermittler weiterhelfen lassen.

Gewässerschäden Nicht versichert bei Elementarschadenversicherungen sind Gewässer- und Hausschäden, die durch das Auslaufen von Heizöl entstehen, wenn das Hochwasser den Keller überflutet und sich die Tanks aus ihrer Verankerung reißen bzw. "aufschwimmen". Das Heizöl mischt sich dann mit dem Brackwasser. "Für diese Ölschäden am eigenen Haus und die Gewässerverunreinigung reicht eine um Elementarschäden erweiterte Gebäude- oder Hausratversicherung nicht aus", betont Meurer. "Deshalb sollten Hauseigentümer mit Ölheizungen, selbst wenn sie sich absolut sicher vor Überschwemmungsschäden fühlen, an eine Gewässerschadenhaftpflicht- beziehungsweise Öltankversicherung denken."

Dächer inspizieren Hauseigentümer, die dem ersten Anschein nach glimpflich davongekommen sind, sollten jetzt ihr Hausdach mustern. Denn auch verschobene oder gerissene Dachziegel sind Gewitterschäden, die vom Dachdecker - und auf Kosten der Gebäudeversicherung - gerichtet werden sollten. Ein Fernglas leistet da gute Dienste und ist wesentlich ungefährlicher als eine eigene Inspektion auf dem Dach.

Kleidung etc. Übrigens können auch Schäden an getragener Kleidung (zum Beispiel durch Sturz in der Gewitterbö) von der Hausratversicherung übernommen werden.

Das oberste Gebot für Geschädigte ist jetzt nach Auskunft von Sebastian Meurer: "Alle Schäden melden, möglichst mit Fotos dokumentieren und dann den betreuenden Versicherungskaufleuten die Geldbeschaffung überlassen. Denn ob zum Beispiel abgerissene Antennen und andere Außenanlagen wie Markisen und dergleichen mitversichert sind, können sie meist schneller feststellen als ein Geschädigter."

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