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Langenfeld/Monheim
Viele Prüfer kümmern sich um Autos

Langenfeld/Monheim: Viele Prüfer kümmern sich um Autos
Der Kfz-Meister und Sachverständige Uwe Müller betreibt mit seiner an der Benzstraße in Monheim ansässigen Firma IFB eine Prüfstelle. FOTO: Ralph Matzerath
Langenfeld/Monheim. Nicht nur der TÜV erledigt Haupt- und Abgasuntersuchungen. Neben Prüfstellen gibt es etliche Prüfstützpunkte. Von Martin Mönikes

Ein Neuwagen muss nach drei, alle anderen Autos müssen regelmäßig nach zwei Jahren zur Hauptuntersuchung (HU) und Abgasuntersuchung (AU). Der Volksmund verkürzt gerne: "Das Auto muss zum TÜV". Die nostalgische Formulierung erinnert daran, dass bis in die 1980er-Jahre der Technische Überwachungsverein (TÜV) das Monopol auf diese Prüfungen hatte. Heute unterhalten unterschiedliche TÜV-Organisationen (Süd, Rheinland, Nord) bundesweit etwa 1000 Prüfstellen. Gleichzeitig betreiben die TÜV die Überwachungsorganisationen im Wettbewerb um die mobile Millionenkundschaft. Die Dekra mischt ebenso mit wie die Sachverständigen von KÜS (Freiberuflich Sachverständige), FSP (Fahrzeugs-Sicherheits-Prüfung) oder GTÜ (Gesellschaft für technische Überwachung). Der Prüfvorgang ist vorgegeben und völlig identisch.

Die Fahrzeugüberprüfungen sind eine hoheitliche Aufgabe, deshalb gibt es Regelungen auch für die Zahl der Technischen Prüfstellen. "Wir genießen Gebietsschutz, die Niederlassungen liegen maximal 25 Kilometer voneinander entfernt", sagt Wolfgang Partz vom TÜV Rheinland. Von Langenfeld und Monheim aus liegen die nächsten in Düsseldorf-Garath, Leverkusen und Mettmann. Zusätzlich gibt es Prüfstellen anderer amtlich anerkannter Überwachungsorganisationen. Seit Jahresanfang verfügt nach einer Genehmigung durch den Regierungspräsidenten auch Monheim an der Benzstraße über eine solche "Nur"-Prüfstelle. Die vom Kfz-Sachverständigen Uwe Müller bzw. der IFB an der Benzstraße in Monheim betriebene Prüfeinrichtung bietet - wie die Dekra in Langenfelds Hans-Böckler-Straße - den Autofahrern die Möglichkeit, Fahrzeuge aller Art spontan vorzuführen und beurteilen zu lassen "Wir arbeiten täglich von 7 bis 19 Uhr, ohne feste Termine", lässt die Dekra-Niederlassung wissen. Müller berichtet von Autofahrern, die "vor der HU wissen wollen, wie der Fahrzeugzustand ist".

Alternativ zu den Prüfstellen gibt es unzählige Prüfstützpunkte. Große Autohäuser mit ihren Vertragswerkstätten und viele markenunabhängige Fachbetriebe werben damit, dass auch bei ihnen die Hauptuntersuchung bequem erfolgen kann. So wie bei Mercedes Marleaux in Langenfeld. "Voraussetzungen sind eingetragener Handwerksbetrieb, fachliche qualifizierte Mitarbeiter und technische Voraussetzungen wie Hebebühne, Bremsprüfstand usw.", erklärt ein Kfz-Meister. Auch bei VW/Audi-Partner Schnitzler gehört es zum Kundenservice, HU und AU nach Terminvereinbarung anzubieten. Dort wechseln sich TÜV- und Dekra-Mitarbeiter täglich ab. Für die Abgasuntersuchung ist übrigens immer die Werkstatt verantwortlich, (nur) die HU führt der mobile Prüfsachverständige durch. Weil der Prüfer durch seine Anreise höheren Aufwand hat, kann dieser HU-Service teurer sein als in den Prüfstellen.

Auch Kfz-Meister Stephan Klose, der eine markenunabhängige Werkstatt an der Langenfelder Industriestraße führt, bietet die HU an und lobt die tägliche Zusammenarbeit mit den Prüforganisationen "mal kommt ein TÜV-Prüfer, mal ein Dekra-Fachmann". Der Vorteil für seine Kunden liegt darin, dass ein Mangel sofort behoben werden kann, "wir reparieren direkt, in der Prüfstelle führt schon eine defekte Glühbirne zur neuerlichen Vorführung." Wenn das Problem etwas größer ist, "kommt der Prüfer sogar am Nachmittag noch mal in die Werkstatt", so Klose. Das kostet ein paar Euro Gebühren, aber der Kunde erhält am Abend sein Fahrzeug mit neuer Prüfplakette.

Fazit: Es bleibt eine Glaubensfrage, ob ich anlässlich der HU zu einer Nur-Prüfstelle gehe oder zur Werkstatt meines Vertrauens. Der Autofahrer muss selbst entscheiden.

Quelle: RP
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