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Monheim
Vielleicht trainiert hier ein Monheimad Ali

Monheim: Vielleicht trainiert hier ein Monheimad Ali
"Arme oben lassen! Die andere Hand vor den Kopf!": Kickbox-Meister Mathias Ademoski mit seinem "Montags-Club" von der Peter-Ustinov-Gesamtschule. Für die Monheimer Achtklässler ist das wöchentliche Training der Pausenknaller. FOTO: Ralph Matzerath
Monheim. Die Monheimer Peter-Ustinov-Gesamtschule bietet ihren Achtklässlern pausenfüllenden Kampfsport. Von Martin Mönikes

Sieben 14 und 15 Jahre alte Schüler tänzeln in der Turnhalle mit Trippelschritten vor einer Wand, an der eine große, blaue Trainingsmatte hängt. Auf Kommando schlagen sie in regelmäßigen Abständen die in Boxhandschuhen steckenden Hände in Kopfhöhe an die Matte, erst die (meist linke) "Führhand", dann die (meist rechte) "Schlaghand". In das rhythmische Geräusch tönt die kräftige Stimme von Mathias Ademoski. "Arme oben lassen! Die andere Hand vor den Kopf! Immer auf die Füße achten!". Ademoski weiß, wovon er spricht. Der 44-jährige Cheftrainer der Sportgemeinschaft Monheim war 2011 Deutscher Meister im Kickboxen und bestritt seinen letzten Boxkampf erst im Herbst vorigen Jahres.

Jeden Montag in der langen Mittagspause trainieren unter Anleitung des erfahrenen Kraftsportlers mehr als zehn Schüler der achten Klassen der Peter-Ustinov-Gesamtschule (PUG) im Rahmen des Projekts "MoKi IV - kompetent in der Schule, fit fürs Leben". MoKi steht für "Monheim für Kinder" - ein Netzwerk, das den Nachwuchs der Gänselieselstadt auf der geraden Bahn halten soll.

Die Gesamtschüler selbst hatten den Wunsch nach dem Kampfsport geäußert. "Früher gab es nur einen Box-Sack im Moki-Keller", erinnert sich Jutta Schäfers-Gerhards, die für die Stadt Monheim im Netzwerk-Team mitarbeitet. Das neue Sportangebot soll "Erfolgserlebnisse ermöglichen, das Selbstvertrauen fördern und Raum für Selbsterfahrung geben". Zudem - so die offizielle Beschreibung - werde "soziale Kompetenz wie Respekt und Rücksichtnahme erworben".

Mathias Ademoski ist sich sicher, dass Boxen Eigendisziplin erfordert. "Man muss auf alles achten", nicht nur Körperbeherrschung. "Auch die notwendige Rücksicht auf den Gegner fördert die Charakterbildung." Die Sportart wird nach seiner Ansicht oft verkannt. "Bei der Verletzungsgefahr rangiert Boxen erst an 15. Stelle", sagt der Trainer und verweist auf die gepolsterten Boxhandschuhe.

Die umeinanderkreisenden Kids versuchen derweil höchstens die Schulter ihres Gegenübers zu treffen. Jan Kaiser (14) ist mit Begeisterung dabei: "Es ist toll, wenn man anschließend so ausgepowert ist!" Hasan Ay hat sich inzwischen sogar in einem Monheimer Boxverein angemeldet. "Mir gefällt das Boxen besser als andere Sportarten", sagt der 13-Jährige.

In der Halle gibt es während des 35 Minuten langen Trainings kaum Pausen - und die werden genutzt, um Crunches zu machen. Das bedeutend: Auf dem Rücken liegend den Oberkörper auf- und wieder abrollen. "Jeder zählt selbst, ohne zu Schummeln", bestimmt Ademoski. In dieser Woche fehlte ein Teil der muslimischen Schüler. "Vermutlich, weil sie im Ramadan fasten und auf körperliche Anstrengungen verzichten", erklären die Verantwortlichen aus dem MoKi-Team.

Quelle: RP
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