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Langenfeld
Volksbank will Foyer mit Automat nachts schließen

Langenfeld: Volksbank will Foyer mit Automat nachts schließen
FOTO: mei
Etwa 50 Geldautomaten sind seit dem Frühjahr in NRW gesprengt worden; und die Zahl steigt weiter. Die Täter gehen fast immer nach demselben Muster vor, sprengen Automaten und verschwinden in dunklen Autos, oft über die niederländische Grenze. Sie hinterlassen neben geplünderten Automaten enorme Schäden; laut Landeskriminalamt (LKA) summieren sie sich auf mehrere Millionen Euro. Viele Geldinstitute reagieren. In Langenfeld baut die Stadt-Sparkasse nach Angaben ihres Leiters Dirk Abel jetzt Farbbeutel in die Automaten ihrer Haupt- und Zweigstellen ein, die Volksbank an der Metzmacherstraße wird laut Geschäftsstellenleiter Thomas Reiser ihr Foyer mit dem Automat jetzt von Mitternacht bis 5.30 Uhr schließen.

Der Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken sowie Versicherungen hatten Empfehlungen versendet, um Kunden und Automaten besser zu schützen; etwa durch Nachtschließung der Zugänge zu Automaten. Die Volksbank Rhein-Wupper wird laut Pressesprecher Michael Schmitz wegen des Risikos einer Sprengung ihre Standorte mit Geldautomaten von 24 bis 5.30 Uhr schließen. "An einigen Filialen in Leverkusen gibt es aber außen Geldautomaten." Bisher blieb die Genossenschaftsbank von Sprengungen verschont. Das LKA arbeitet wegen der Serie bereits eng mit Banken und Herstellern der Geldautomaten zusammen, erklärt LKA-Chef Uwe Jacob. Ziel sei es, technische Sicherungen weiter zu optimieren und einzusetzen.

Die Stadt-Sparkasse Langenfeld setzt nach Direktor Abels Worten auf die von der Polizei empfohlene Nachrüstung ihrer Geldautomaten mit so genannten Farbbomben. "Die Farbe würde bei einer Sprengung die Geldscheine markieren und für die Täter unbrauchbar machen. Diese Methode lohnt sich dann also nicht mehr - und diesen Hinweis werden wir gut lesbar für die Ganoven an den Automaten anbringen." Doch viele Banken leisten den Anregungen des LKA offenbar nicht Folge. Ein Insider nennt Kosten als Grund für den Verzicht: "Die Nachrüstung kann pro Automat bis zu 10.000 Euro und mehr kosten. Für 20.000 Euro bekäme man aber einen neuen Geldautomaten hingestellt." Der Preis einer Farbpatrone liege bei etwa 2000 Euro. Man benötige aber für jeden Automaten mindestens fünf davon, für jedes Geldscheinfach eines. Die Bestückung mit Farbpatronen hätte auch zur Folge, dass in den Geräten weniger Platz für Geld wäre und diese insbesondere am Wochenende aufwendig nachbefüllt werden müssten. Die Mehrheit der derzeitigen Geldautomaten ist gegen die Sprengungen schutzlos. Dabei gibt es schon Automaten, die nicht aufgesprengt werden können. "Doch die alten Geräte tun es auch noch. Und erst wenn die kaputt sind, werden neue angeschafft", so der Insider.

(mei/kle)
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