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Langenfeld
Volksbanken fusionieren

Langenfeld: Volksbanken fusionieren
Die Volksbank Rhein-Wupper will den Standort Opladen am Marktplatz nach der Fusion behalten. Vorstand Joerg Schäfer zieht mit seinem Kollegen nach Bergisch gladbach um. FOTO: Uwe Miserius
Langenfeld. Mitte 2017 wollen die Institute Rhein-Wupper und Bergisch Gladbach zu einem verschmelzen. Von Ulrich Schütz

Die neue Lev-GL-Bank wird über insgesamt 415 Mitarbeiter verfügen: Für die Bergisch Gladbacher Bank arbeiten heute 280 Beschäftigte, für die Rhein-Wupper-Volksbank 135. "Kündigungen oder Personalabbau stehen nicht im Focus der Fusionsverhandlungen", betonte gestern der Opladener Volksbank-Vorstand Hans-Joerg Schäfer im Gespräch mit unserer Redaktion. "Wir brauchen auch künftig jeden Mitarbeiter, die Aufgaben (etwa EU-Auflagen) werden ohnehin immer größer." Das komplette Filialnetz - inklusive der Langenfelder Zweigstelle - soll unverändert bleiben.

"Wir haben am Mittwoch Betriebsräte, Mitarbeiter und Gremien informiert", berichtete der Vorstandssprecher weiter. Die Verschmelzungspläne seien von allen, auch von den Mitarbeitern und Arbeitnehmervertretern, positiv aufgenommen worden. Die Fusion ist bei den Aufsichtsbehörden angemeldet. Sie könnte Mitte 2017 rechtlich vollzogen werden, wenn im Juni die beiden Vertreterversammlungen der heutigen Geldinstitute zustimmen werden. Ein Einspruchsrecht der Behörden gebe es nicht.

Befinden sich die Volksbank Opladen oder die VR Bank Bergisch Gladbach in Schwierigkeiten oder warum wollen sie jetzt zusammenarbeiten? Die Fusion sei nicht aus der Not geboren, betonte Schäfer. Seine Volksbank werde dieses Jahr bei der Bilanzsumme wahrscheinlich die Grenze von 600 Millionen Euro überspringen. "Nein, wir wollen die Segel setzen, wenn der Wind noch weht", argumentierte Schäfer, "wir wollen agieren können." Er kenne den VR-Vorstandskollegen Lothar Uedelhoven schon länger, man schätze sich. "VR Bank und Volksbank Rhein-Wupper sind wirtschaftlich starke und kerngesunde Banken", melden die Geldinstitute in ihrer gemeinsamen Presseerklärung. "Und die Beratungsphilosophien beider Institute stimmen überein", schiebt Volksbank-Chef Schäfer hinterher. Auch hätten beide Vorstände gemeinsame Vorstellungen, wie eine moderne Genossenschaftsbank aussehen müsse. Die Städte Bergisch Gladbach und Leverkusen bieten nach Aussage der beiden Volksbankchefs einen starken Wirtschaftsraum. Nach der Fusion solle er besser erschlossen werden. Gemeinsam verfügten die beiden Banken über eine höhere Risikotragfähigkeit.

Jetzt gehe es erst einmal an die Erarbeitung der künftigen Organisationsstruktur. Nach der technischen Vernetzung der Banken wird der Opladener Vorstand vorwiegend in der neuen Zentrale in Bergisch Gladbach sitzen, kündigte Schäfer an. Ganz nebenbei: Sein Einkommen steige durch die Fusion nicht, sagte der Bankvorstand.

Der Vorstand der neuen Genossenschaftsbank wird aus vier Köpfen bestehen: Lothar Uedelhoven (Chef VR Bank), Thomas Büscher (Jahrgang 1969, VR Bank) sowie von der Volksbank Hans-Joerg Schäfer (55) und Alexander Litz (Jahrgang 1969). "Wir werden uns nicht langweilen, es gibt genügend Arbeit", sagte Schäfer zur Vorstandsgröße. Die Sparkasse Leverkusen zum Vergleich: 2015: Bilanzsumme: 3,1 Mrd. Euro, 576 Mitarbeiter, 120.100 Kunden. Die Sparkasse hat ihren Vorstand auf zwei Mitglieder reduziert.

Quelle: RP
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