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Zugabe Unser Senf Zum Wochenende
Vorbei mit dem vertrauten Einkaufsgefühl

Langenfeld. War das schön. Ob daheim um die Ecke oder in einer anderen Stadt: Die Anordnung war immer dieselbe. Am Anfang der Runde: Kaffee, Marmelade, Brot, Zwieback und Kuchen. Es folgten Süßigkeiten und Salziges, Bier und gegenüber die Putzmittelabteilung. Blind habe ich mich in den Aldi-Süd-Filialen zurechtgefunden und war jedes Mal genervt, wenn ich mangels Aldi in der Innenstadt auf einen so genanten Vollsortimenter zurückgreifen musste. Dort drehte ich meist zwei bis drei Runden, bevor ich das Gewünschte gefunden hatte. Und jetzt das. Aldi gibt sich ein neues Design. Schön, dass Aldi-Süd nun in die Center unsere beiden Städte zieht. Aber mit dem vertrauten Einkauf ist erst mal Schluss. Jetzt soll das Obst nach hinten rücken. Vorne, im Eingangsbereich wird mich künftig eine gemütliche Kaffeeecke empfangen und den Rest muss ich auch erst einmal suchen. Sicher, wenn Aldi regionalweit aufrüstet - was ja andererseits begrüßenswert ist - werde ich mich auch daran wieder gewöhnen. Der Vorteil liegt auf der Hand. Auch im Zentrum gibt es dann einen Discounter.

Ob das Konzept jedoch aufgeht, muss abgewartet werden. Denn für mich und viele andere ist Aldi-Süd die Anlaufstelle für den großen Wocheneinkauf. Parkplätze sind in den Vororten ausreichend vorhanden. Kein Stress mit der Parkplatzsuche und auch keine Gebühren. Ob die Kunden in den neuen City-Filialen auch gleich mit großen Einkaufsbehältnissen anrücken werden, bleibt abzuwarten. Ich persönlich käme eher nicht auf die Idee, in der Langenfelder Stadtgalerie oder im Monheimer Rathaus-Center meinen Wocheneinkauf zu erledigen. Sei's drum. Meine Kollegin beschäftigt derweil ein ganz andres Problem. Künftig geht ihr Mann vermutlich gar nicht mehr einkaufen. Denn Vollsortimenter wie Rewe oder Edeka sind ihm bereits jetzt ein Gräuel. Auch er liebt die schlichte Überschaubarkeit des klassischen Discounters. Wie das nun werden wird, wenn Aldi aufrüstet? Die Kollegin fürchtet Schlimmes.

Eine Hoffnung bleibt. So schnell wird de Wandel nicht kommen. Denn insgesamt 1860 Filialen auf den neuesten Stand des Marketings zu bringen, kostet Geld und glücklicherweise Zeit. Das könnte reichen, um sich umzugewöhnen.

Quelle: RP
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