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Wahlkreis schickt zwei Abgeordnete

Analyse: Wahlkreis schickt zwei Abgeordnete
Bei der CDU-Party in der Richrather Schützenhalle freuten sich mit Claudia Schlottmann (Mitte): Michaela Noll (v.l.), Barbara Aßmann, Michaela Detlefs-Doege, André Sersch, Michael Wegmann, Gabi Hackel und Frank Schneider. FOTO: Stephan Köhlen
Langenfeld/Monheim. Nach den Wahlergebnissen vom Sonntag ziehen Direktkandidatin Claudia Schlottmann (CDU) und Moritz Körner (über die FDP-Liste) in den Landtag ein, aus dem der bisherige Abgeordnete Jens Geyer (SPD) ausscheidet. CDU holt auch die meisten Zweitstimmen. Von Stephan Meisel

Gleich mehrere Würfel sind bei der Landtagswahl gefallen. Hauptnachricht: Die rot-grüne Landesregierung ist abgewählt. Und die Wahlschlappe von SPD und Grünen zeigt sich auch auf lokaler Ebene. Mit 42,8 Prozent der Stimmen hat die CDU-Kandidatin Claudia Schlottmann (54) den Wahlkreis 36 (Langenfeld, Monheim, Hilden-Süd) direkt geholt.

Zerknirscht: Heike Lützenkirchen (SPD und Günter Herweg (Grüne). FOTO: mei

Landtagsabgeordnete Die Hildenerin Schlottmann zieht als Gewinnerin des Wahlkreises 36 in den Landtag ein. Dort muss nach fünf Jahren als SPD-Abgeordneter Jens Geyer (53) seinen Sitz räumen. Der Monheimer holte diesmal 31,4 Prozent der Stimmen. Das reichte nicht, um das 2012 eroberte Direktmandat zu verteidigen. Geyer war auch als Landtagsabgeordneter mit halber Stelle freigestellter Betriebsratsvorsitzender von UCB Pharma geblieben: "Jetzt kann ich meine ganze Kraft wieder für Firma und Belegschaft einsetzen."

Noch ein zweiter heimischer Abgeordneter rückt jetzt in den Landtag: Der Langenfelder Moritz Körner (26) erklimmt als 16. der FDP-Landesliste die nächste Sprosse auf der politischen Karriereleiter. Zwei Landtagsabgeordnete aus dem südlichen Kreisgebiet gleichzeitig - das hat es 37 Jahre lang nicht gegeben. Von 1975 bis 1980 waren es gar drei: die Monheimerin Ingeborg Friebe (SPD) sowie die Langenfelder Hans Litterscheid (CDU) und Hans Koch (FDP).

Moritz Körner (r.) ist in Baumberg von seinen Parteifreunden (Ulrich Anhut, Marion Prondzinsky-Kohlmetz) mit Jubelrufen empfangen worden. FOTO: h. schoog

Zweitstimmen Seit in der Monheimer Kommunalpolitik die Peto klar das Sagen hat, ticken im Stadtrat die Uhren anders. Am Sonntag trat die Peto nicht an, die bei der Kommunalwahl 2014 die beiden großen Volksparteien degradiert hatte; die SPD sogar auf vernichtende 8,9 Prozent. Und so war am Sonntagabend die spannende Frage, ob von Monheims früherem regionalen Ruf als SPD-Hochburg etwas zu erkennen ist. Doch die Monheimer gaben mehrheitlich der CDU (32,4%) ihre Zweitstimme, 30,5 Prozent machten ihr Kreuz bei der SPD. Im kommunalpolitisch von der CDU dominierten Langenfeld waren diesmal auch bei der Landtagswahl die vor fünf Jahren noch abgewatschten und hinter die SPD gerückten Christdemokraten mit 38,5 Prozent klar vorne. In sechs der 22 Langenfelder Wahlbezirke übertraf sie sogar die 40-Prozent-Marke. Die SPD (24,6%) spürte in Langenfeld die FDP (15,9%) im Nacken, die auch in Monheim (14,4%) das Landesergebnis der Liberalen übertraf. Die Grünen lagen in Langenfeld (5,9%) und Monheim (5,1%) klar unter dem NRW-Gesamtergebnis. Viertstärkste Partei war in Langenfeld (7,1%) und in Monheim (8,2%) die AfD. In einigen Stimmbezirken kam sie auf zweistellige Prozentzahlen; in Langenfeld in Immigrath-Hardt (11,2%) und in Monheim gar in sieben der 20 jeweils ohne Briefwähler ausgezählten Stimmbezirke.

Wahl in NRW: Gewinner und Verlierer

Erwartungen Langenfelds Bürgermeister Frank Schneider (CDU) bezeichnete es aus lokaler Sicht als vordringlich, "die Zwangsabgabe abzuschaffen"; also den Kommunalsoli zugunsten überschuldeter NRW-Städte. Dies fordert auch Monheims Bürgermeister Daniel Zimmermann (Peto). Vergleichsweise finanzstarke Städte wie Monheim und Langenfeld müssen von ihren Gewerbesteuereinnahmen kräftig in den Kommunalsoli einzahlen; Monheim allein bis 2022 rund 254,2 Millionen Euro.

Zimmermann erhofft sich von der neuen Landesregierung insgesamt eine bessere Unterstützung der Kommunen etwa bei der Sanierung und Modernisierung von Schulgebäuden.

Quelle: RP
 
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