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Monheim
Wallfahrt: 28 Frauen pilgern zur Marienkapelle

Monheim. Der Turm der katholischen Sankt Dionysius Kirche in Baumberg strahlt in der Nachmittagssonne. Auf dem Vorplatz gibt es nur Schatten im Schutz der Bäume. Dort steht Irmgard Heinen. Sie ist Sprecherin der kfd-Ortsgruppe Langenfeld-Immigrath für die Gemeinde St. Josef. Heinen wartet vor der Kirche auf weitere Freuen, die mit ihr am Rhein entlang zur Marienkapelle in Monheim spazieren. Die Katholische Frauengemeinschaft (kfd) unternimmt eine Wallfahrt. Zur Marienkapelle pilgert die Glaubensgruppe einmal im Jahr. Anita Prondzinsky ist wieder dabei, die 82-jährige Rentnerin läuft den anderthalbstündigen Weg mit, weil es ihr Kraft gibt, erzählt sie. "Außerdem ist es auch Gemeinschaftspflege", ergänzt Marlene Petry. Von Pascal Conrads

Mittlerweile ist ein ganzer Schwarm Frauen dazugekommen. Irmgard Heinen erläutert, eine Wallfahrt sei ein andächtiger Fußweg, der betend, singend und schweigend bewältigt wird. "Natürlich ist eine Wallfahrt auch ein Symbol für das zielführende Leben und soll uns mit Anstrengung Gott näher bringen. Die Marienkapelle ist seit 500 Jahren Wallfahrtsort", sagt sie.

Immer mehr Frauen finden sich ein. Derweil zieht Heinen rote Schals aus ihrer Tasche. Aufgedruckt ist das Symbol der kfd Deutschlands und die Worte ihrer Kampagne "Frauen. Macht. Zukunft."

Sie bindet sich den Schal um die Tasche und verteilt den Rest. Ein bisschen Werbung für die eigene Sache ist bitter nötig. Von den ursprünglich 600.000 Mitgliedern in der Bundesrepublik sind noch eine halbe Million geblieben.

Nachdem Diakon Sven Clouth eingetroffen ist, beginnt die Wallfahrt mit einem Lied. Vor der Kirche steht ein orangenes Fahrzeug der Kanalreinigung. Als die Gesänge beginnen, hören die Arbeiter auf. Der Diakon trägt einen Lautsprecher; Heinen hat das Mikrofon, sie leitet die Veranstaltung.

Alle singen. Abwechselnd lesen drei Frauen etwas vor, alle machen das Kreuzsymbol, dann beginnt der Fußmarsch. Insgesamt sind mit dem Diakon und Heinen 28 Leute versammelt. Letztes Jahr seien es mehr gewesen, erzählt Edith Meyer. Die hochgewachsene Frau kommt extra einmal im Jahr aus Erkrath nach Monheim. Ihr gefällt das Gemeinschaftliche sehr, als sie jünger war, wurde oft noch in den Feldern gebetet. Drei Stationen gibt es auf dem Weg, jedes Mal wird etwas gelesen und gesungen. Viele Fahrradfahrer streifen die Gruppe.

Die Frauen fühlen sich aber nicht gestört, auf einmal fängt ganz vorne eine kleine Gruppe an zu singen, bis die Gesänge nach hinten durchdringen, ist der letzte Haltepunkt, am Kielsgraben erreicht. Als die Marienkapelle in Sicht ist, hält eine den Straßenverkehr an. Jemand läutet die Glocken, das Ziel ist erreicht und der Gottesdienst beginnt.

Quelle: RP
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