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Kreis Mettmann
Warum der Kreis Mettmann seine eigene Steueroase hat

Kreis Mettmann. Die nächste Steueroase ist nur wenige Kilometer von Mettmann entfernt. Diese zugespitzte Feststellung wird vielen Teilnehmern einer SPD-Veranstaltung zum Thema "Panama Papers" im Gedächtnis bleiben. Als Gast begrüßte in Mettmann die SPD-Bundestagsabgeordnete und Moderatorin des Abends, Kerstin Griese, NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans.

Das Thema Steuern stieß auf großes Interesse. Obwohl in den vergangenen Jahren viel passiert sei, machte Walter-Borjans keinen Hehl daraus, dass die Steuerbehörden einen großen Teil der "kriminellen Machenschaften" nicht erfassen. Er rechnet damit, dass der Bundesrepublik rund 150 Milliarden Euro pro Jahr durch Steuerumgehung und -Hinterziehung verloren gehen.

"Wir müssen eine Regelung finden, die das Anständige lohnender macht", fordert er. Was bei vielen für ein Schmunzeln sorgte, war die Feststellung, dass auch der Kreis Mettmann seine eigene Steueroase habe - nämlich die Stadt Monheim. Sie lockt zum Ärger vieler Nachbarkommunen Unternehmen mit einem niedrigeren Gewerbesteuersatz zu sich. An diesem Beispiel erläuterte Walter-Borjans das System der Steuervermeidung. So seien viele Unternehmen dort gewerbesteuerpflichtig, wo sie auch produzieren. Gründen sie aber eine Holding, also eine Art Muttergesellschaft, mit Sitz in Monheim, muss nur dort die Gewerbesteuer gezahlt werden, obwohl vor Ort nichts produziert werde. Für viele Unternehmen eine lukrative Möglichkeit Steuern zu sparen.

(kron)
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