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Langenfeld
Warum Reparaturen sich lohnen

Langenfeld: Warum Reparaturen sich lohnen
Penibel sortiert lagern Reinhard Sinzel (l.) und Max von Blohn etwa 10 000 Kleinteile in den Regalen. FOTO: MATZERATH
Langenfeld. Elektroschrott muss nicht sein: Die Firma "RS" bringt defekte Geräte in Ordnung und hat 10.000 Kleinteile auf Lager. Von Martin Mönikes

Dass ein Geschäft mit elektronischen Bauteilen in Zeiten rasanter technischer Entwicklungssprünge und dem zunehmendem Internethandel seit 35 Jahren besteht, ist für sich schon bemerkenswert. Wenn zusätzlich dieser Laden im Netz von Kunden über den grünen Klee gelobt wird ("Mein Lieblingsladen", "Alles für E-Bastler", "Top Service" oder "mit Herz und Seele bei der Sache"), lohnt sich ein genauerer Blick.

Es geht um die Firma RS Elektronik, die vor kurzem von der Solinger Straße in ihr ein neues Domizil In den Weiden umzog. "RS" steht für den heute noch aktiven Geschäftsgründer Reinhard Sinzel, der bei der Post zwar Elektrotechniker lernte, aber "keinen Bock" auf eine Beamtenlaufbahn verspürte. Als Hobby-Tüftler wusste Sinzel um den ständigen Bedarf aller Bastler an Kleinteilen wie Modulen, Steckern und Widerständen. Seiner eigenen Geschäftsidee "viel Auswahl für wenig Geld" ist er bis heute treu geblieben.

10 000 unterschiedliche Teile, manche so klein, dass 100 Stück davon in eine Streichholzschachtel passen, füllen seine penibel sortierten Regalwände. Sein Mitarbeiter Maximilian von Blohn (25), ein gelernter Industriemechatroniker, der irgendwann das Geschäft übernehmen soll, stellt die Beratungsleistung als Erfolgsgarantie in den Vordergrund. "Wer repariert heute noch eine Kaffeemaschine, einen Laptop, einen Hifi-Verstärker?".

Ganz bewusst will er dem Zeitgeist "Kaputt? Schmeiß weg! Kauf neu!" entgegenwirken. So könne man auch mit Kleinteilen im Cent-Bereich gute Ergebnisse erzielen, wobei das Internet ihm sogar in die Karten spielt. "Bei YouTube sieht der Kunde, wie er ein Problem lösen kann, aber dann braucht er die Einzelteile."

Oft kommen allerdings die Internetkäufer mit Fehlkäufen in den Laden, "Wir können dann meist beweisen, dass eine optimale Lösung ihres Problems zwar etwas teurer ist, aber letztlich nachhaltig funktioniert. Ausdrücklich erinnert von Blohn dabei an die Wirtschafts-Theorien von John Ruskin, wonach der "billige Kauf" die ihm zugedachte Aufgabe oft nicht erfüllen kann.

Verdient wird bei RS Elektronik auch dadurch, dass die Module oder sonstigen Kleinteile in der Werkstatt eingebaut werden, Platinen werden gelötet, Boards aufgerüstet. In Einzelfällen kommt der RS-Mitarbeiter sogar zum Hausbesuch. Die Firmenphilosophie lautetnach Sinzels Worten: "Kein Kunde geht ohne Antwort raus." Dabei sei es egal, ob es sich um die nicht funktionierende TV-Fernbedienung, den defekten PC oder sogar die spinnende Elektronik im Auto handelt. Die Kunden kommen inzwischen aus Köln, Solingen und dem weiteren Umkreis. Sinzel, von Blohm und andere Mitarbeiter sind Tüftler geblieben, auf der Suche nach intelligenten Lösungen "Wir bauen Dinge, die es noch nicht gibt", freuen sie sich geradezu über neue Aufgabenstellungen der Kunden.

Quelle: RP
 
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