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Langenfeld
Wasserbauer baggert für die Natur

Langenfeld: Wasserbauer baggert für die Natur
Wasserbauer Andreas Gladbach arbeit mit seinem Bagger am Galkhausener Bach. Zurzeit pausieren dort die im Mai gestarteten Arbeiten. FOTO: Olaf Staschik
Langenfeld. Andreas Gladbach vom BRW versetzt seit Mai den Galkhausener Bach in einen "guten ökologischen Zustand". Von Vo Isabel Klaas und Stephan Meisel

Andreas Gladbach arbeitet seit Ende Mai am Galkhausener Bach. Mit seinem Bagger mitten im Grünen verwandelt er drei Kilometer Fließgewässer in ein optimaleres Zuhause für Tiere und Pflanzen. So wie es die Europäische Wasserrahmen-Richtlinie vorschreibt. Andreas Gladbach ist Wasserbauer beim Bergisch-Rheinischen Wasserverband (BRW) und freut sich über seinen Job im Grünen. Auch wenn er als Solist am Bachufer nur wenige Menschen zu Gesicht bekommt. In der Vergangenheit hatten er und seine Kollegen schon den Burbach im Landschaftspark Fuhrkamp auf neue Wege geleitet. Damals allerdings mit mehr Publikum, das dort täglich spazieren geht.

Der Galkhausener Bach verändert derzeit sein gewohntes Bild eines geradlienig dahinplätschernden Gewässers. Zwischen Langenfelder Bachstraße und dem Garather Gehege auf Düsseldorfer Stadtgebiet wird er auf insgesamt 4,2 Kilometer Länge naturnah umgestaltet. BRW-Fachbereichsleiterin Kristin Wedmann: "An manchen Stellen nehmen wir Boden raus und flachen Uferbereiche ab."

Nach dem jüngsten Starkregen und Hochwasser wurde Gladbach mit seinem Bagger zu Aufräumarbeiten in anderen Regionen des BRW-Verbandsgebiets abkommandiert. "Dort wurde der Bagger mehr benötigt. Wir müssen bei unseren vielen Zuständigkeiten und dem riesigen Gebiet immer wieder neue Prioritäten setzen", sagt BRW-Betriebsleiter Frank Grittner. In Kürze sollen die Arbeiten auf dem drei Kilometer langen Langenfelder Abschnitt wieder aufgenommen werden. Wohl ab Oktober sei dann der Düsseldorfer Abschnitt des 115.000-Euro-Projekts an der Reihe. Seit vielen Jahren lenkt der Verband die hiesigen Bäche in neue naturfreundlichere Bahnen. Nun hat die EU festgelegt, dass größere Gewässer mit einem Einzugsgebiet von über zehn Quadratkilometern gezielt in Angriff genommen werden, um den ökologischen Zustand weiter zu verbessern. Stellenweise werden laut Grittner am Rande Baumstümpfe und Wurzeln eingebaut. "Totholz dieser Art trägt dazu bei, dass sich dort neues Leben entwickelt." Es sei Nahrungsmittel für Kleinstlebewesen, die es zerkleinern und wiederum selber von Fischen und Amphibien vertilgt werden. Eine Niedrigwasserrinne, Hindernisse und abgeflachte Uferbereiche sorgen für unterschiedliche Fließgeschwindigkeiten und genügend Hochwasserfläche.

Jedem Spaziergänger gefällt die neue Ufersituation am Galkhausener Bach nicht. Zum Beispiel, weil es den alten Trampelpfad durch die grüne Natur nicht mehr gibt, der bei Hundebesitzern so beliebt war. Das ist auch so gewollt. "Es gibt fast überall oberhalb parallel zum Bachufer verlaufende Wege", sagt Grittner. "Wenn jemandem da am Wasser etwas passiert, kann der BRW regresspflichtig gemacht werden." Nun ja, einige Stellen sollen zumindest noch den Blick auf die neue Natur direkt am Wasser möglich machen.

Quelle: RP
 
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