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Weihnachten Riechen
Weihrauch: Welcher Duft darf's sein?

Langenfeld. Die Dreikönigsmoleküle sind aus der Weihnachtsmesse nicht wegzudenken. Woher der Ursprung dieses Rituals kommt, weiß Pfarrer Teller. Von Ludmilla Hauser

Monheim/Leverkusen Dass die Heiligen Drei Könige dem kleinen Jesuskind auch Weihrauch mitgebracht haben, kommt nicht von ungefähr: "Weihrauch gilt seit jeher als kostbar", sagt Heinz-Peter Teller, Stadtdechant von Leverkusen. "Ähnlich wie die Seidenstraße gibt es auch eine Weihrauchstraße. Die führt durch die Wüste, auf ihr wurde in der antiken Welt der Weihrauch transportiert", erzählt Teller. Palmyra, die uralte Stadt, wo seit Mai die Terrormiliz IS wütet, liege zum Beispiel an der Route. Dann greift der Pfarrer in einen Stoffbeutel, holt ein paar hellbeigefarbene Körnchen raus und steckt sie in den Mund. "Probieren Sie mal, der reine Weihrauch vom Weihrauchbaum schmeckt sehr nussig."

Stimmt. Und weihrauchig mit leichter Schärfe. Der Geschmack ist angenehm und bleibt länger im Mund. "Ich sage immer zu meinen Messdienern: Wenn Ihr davon esst und müsst pupsen, dann riecht das nach Weihrauch", scherzt Teller und holt grünlich schimmerndes Granulat aus dem nächsten Beutel: Weihrauch mit Menthol. Geschmacklich nicht zu empfehlen, Teller verzieht das Gesicht. "Meistens werden in der Kirche Weihrauchmischungen verwendet, für eine besondere Geruchsnote. Ich mag Rosen-Weihrauch, der soll bei der Meditation helfen." Das duftende Harz, erzählt der Opladener Pfarrer, habe schon immer eine religiöse Bedeutung gehabt: "Wenn Du zu Gott betest, dann sollst Du etwas Kostbares mitnehmen. Und so, wie der Weihrauch zum Himmel aufsteigt, so steigen denn auch die Gebete nach oben auf. Weihrauch hat also eine ganz entscheidende spirituelle Bedeutung."

Teller weiß auch von einer medizinischen Gabe. Weihrauch wirke beruhigend und desinfizierend. Schon in den alten Religionen sei das Baumharz eingesetzt worden. "Die Kirche hat das übernommen, um Gott zu ehren." Welche Weihrauchmischung zu welchem festlichen Anlass im Gottesdienst eingesetzt werden soll, sei nirgendwo festgelegt. Er komme zum Einsatz, wenn "etwas Besonderes ist, zum Beispiel Weihnachten und natürlich am 6. Januar, dem Drei-Königs-Tag".

Der Opladener Pfarrer lächelt, als er betont, dass der Gottesdienst an sich eine Veranstaltung für alle Sinne sei - riechen, sehen, hören, fühlen. Zu diesem Konzept gehöre der Weihrauch dazu. "Und manchmal dient er auch zur Geruchsverbesserung im Gotteshaus. Anders kann man sich den Riesenweihrauchpott in der Kirche in Santiago de Compostela in Spanien nicht erklären. Wenn da früher die verschwitzten, reisedreckigen Pilger reinkamen, schwang der Weihrauchpott ständig duftend hin und her, damit keiner in der Kirche vor lauter Mief umkippt."

Heinz-Peter Teller erläutert fehlerfrei zum Zubehör des Rituals: Weihrauch - lateinisch Thus, dazu gehören der Thuriferar (Weihrauchträger), das Thuribulum (Weihrauchfass), das Naviculum (Weihrauchschiffchen) und der Navicular (Schiffchenträger). Da verwundert es etwas, dass der Pfarrer im Abschluss dies lächelnd gesteht: "Bei uns haben wir jetzt den Weihrauchführerschein eingeführt. Den machen Messdiener, die groß genug sind, das Weihrauchfass zu tragen, ohne das es auf dem Boden schleift. Ich auch." Pause. Nachsatz: "Bin durchgefallen. Im Januar ist Nachprüfung."

Quelle: RP
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