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Langenfeld
Weinselig auf dem Marktplatz

So schön war das Schoppenfest 2017
So schön war das Schoppenfest 2017 FOTO: Ralph Matzerath
Langenfeld. Das 28. Schoppenfest lockte viele hundert Besucher nach Langenfeld. Von Dorian Audersch

Weingenuss kann tückisch sein - auch außerhalb des Promillebereichs. "Das war ein Genussmensch, der sich gut auskannte", erzählt Werner Wildschütz beim Schoppenfest in Langenfeld über einen früheren Kollegen. Deshalb habe er diesen bei einem Geschäftsessen den passenden Tropfen zum Hauptgang aussuchen lassen. Die Ernüchterung kam mit der Rechnung. "800 Euro waren für den Roten fällig", erinnert sich der Festbesucher. "Aber wir haben es mit Humor genommen - irgendwie war es das auch wert."

Solche Fallstricke lagen beim 28. Schoppenfest am Wochenende nicht herum. Die Auswahl an bezahlbaren Weinen aus nahezu allen deutschen Anbaugebieten war riesig, dazu gab es Flammkuchen, Pfälzer Würste, Rebsaftmajestäten aus Lorch und Musik. Einziger Wermutstropfen: Hauptorganisator Julius von Bukowski fehlte krankheitsbedingt. "Ohne ihn gäbe es dieses Fest nicht", sagte Mitorganisator Wolfgang Christmann über den inzwischen 80-jährigen "Weinjunker". Der damalige Buchhändler hat die Schoppenfest-Tradition vor gut drei Jahrzehnten begründet, ebenso die Weinpatenschaft mit Lorch im Rheingau. Die Besucher tranken daher am Wochenende auf sein Wohl.

Das Schoppenfest bot guten Wein und ebenso gelaunte Besucher. FOTO: Staschik

Bettina Achenbach vom gleichnamigen Weingut in Wonsheim (Rheinhessen) kommt seit knapp 20 Jahren nach Langenfeld. "Die Langenfelder kennen sich gut aus", sagt sie. Nach einem "schwierigen" 2014 rechnet die Winzerin für 2015 mit einem "Topjahr". "Wenn jetzt noch ein bisschen die Sonne scheint, wird das ein hervorragender Jahrgang."

Blumiges Bouquet oder fruchtiger Abgang - die Geschmäcker sind verschieden. Auf den Bierbänken, die den Marktplatz füllen, wird verkostet und bewertet. So auch von Christel Haasler und ihrem Mann Burkhard, der vor vielen Jahren von Bier auf Wein umschwenkte. Ihr Stammwinzer ist in Rheinhessen ansässig. Freundin Bärbel Schüssler schwört indes auf die Mosel. "Eine wunderschöne Gegend", findet die 72-Jährige und nippt an ihrem Glas.

Quelle: RP
 
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