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Langenfeld
Wenn die innere Uhr aus dem Takt kommt

Langenfeld. Die Künstlergruppe "Falter" zeigt Bilder, Fotografien, Installationen und Skulpturen im Markt-Karree. Von Dorian Audersch

Der Jetlag ist ein merkwürdiges Phänomen. Das aus dem Englischen stammende Wort beschreibt den Zustand, den Menschen nach langen Flugreisen erleben. Durch das Überspringen mehrerer Zeitzonen gerät die innere Uhr aus dem Takt. Sie ist nicht mehr synchron mit der jeweiligen Ortszeit. Die Folge: Schlafstörungen, Hormonschwankungen und Schwindelgefühle.

Die Künstler des kreativen Kollektivs "Falter" haben unter dem Titel "Jetlag im Rheinland" eine ganze Ausstellung zu dem Thema organisiert. Zu sehen ist die vielfältige Werkschau bis Anfang August im Obergeschoss des Markt-Karrees. Insgesamt 17 Künstler haben dazu fotografiert, gemalt, gebaut und gewerkt. Eine von ihnen ist Claudia Grunewald, die vor allem Szenen aus dem Düsseldorfer Flughafen abgelichtet hat - in schwarz-weiß. Zu sehen ist unter anderem ein Geschäftsmann, der die Schuhe ausgezogen hat und auf einer Bank sitzend vor sich hin döst. "Ich wollte die besondere Atmosphäre eines Flughafens festhalten", sagt Grunewald.

Als eine "Weltbürgerin" bezeichnet sich Sigrid Shafagh, die in ihrem Leben unzählige Stunden in Flugzeugen verbracht hat. Iran, USA, Kanada und viele andere Ecken der Welt hat sie bereist - und ihr halbes Leben im Ausland verbracht. In ihrer vor allem expressionistischen Malerei beschäftigt sie sich mit der Frage, was und wo ihr Zuhause eigentlich ist.

Die Bilder zeigen kräftige Farben und figurative Elemente, aber sie strahlen auch eine gewisse Beklommenheit aus. "Ich hab' nirgendwo richtig Wurzeln schlagen können", sagt Shafagh, "aber es ist auch eine tolle Erfahrung gewesen, so viel von der Welt gesehen zu haben." Diese Ambivalenz der Gefühle wolle sie in ihren Bildern verarbeiten.

Die Malerei von Reinhard Frotscher steht ebenfalls im Zeichen weit entfernter Orte. Beruflich hat er viele Jahre in Südamerika verbracht. Seine abstrakten Bilder zeigen allesamt Koordinaten für die Stationen seines Werdegangs. "Der Jetlag war immer auch ein Teil meines Lebens", sagt er.

Dreidimensional wird es bei Peter Pietralczyk und Jonas Bohr, die gemeinsam die Installation "The Pendelum" gebaut haben. Dabei handelt es sich um "kinetische Kunst", wie Bohr betont. Kugeln hängen an langen Fäden herab und können bei Bedarf synchron in Bewegung versetzt werden - mit der Wirkung, dass sich Schwungkraft und Rhythmus stetig verändern. "Chaos und Ordnung, frei schwebend in alle Richtungen", sei der zentrale Gedanke dahinter.

Die Öffnungszeiten der Ausstellung sind dienstags bis freitags von 17 bis 19 Uhr und samstags von 12 bis 16 Uhr.

Quelle: RP
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