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Langenfeld
Wer dem Prinzen zur Hand geht

Langenfeld: Wer dem Prinzen zur Hand geht
FOTO: Matzerath, Ralph (rm-)
Langenfeld. Das Gefolge des Monheimer Prinzenpaars besteht aus Prinzenführer, Adjutant und Hofdame. Von D. Schmidt-Elmendorff

Sie sind Sekretär, Zofe, Butler und Babysitter - die drei bis vier Personen, die das Gefolge des Monheimer Prinzenpaares ausmachen. Sie haben dafür zu sorgen, dass der Auftritt des Prinzenpaares "just in time" und reibungslos vonstatten geht. Und sie dürfen dem Prinzenpaar im wahrsten Sinne "an die Wäsche gehen", denn - ähnlich wie zu feudalen Zeiten - benötigen die erlauchten närrischen Herrscher Hilfe beim An- und Auskleiden.

Hofdame Birgit Fuchs ist die Schwester von Prinz Bernd II. und arbeitet im zivilen Leben in der Finanzabteilung der BASF Personal Care und Nutrition GmbH. Ihre vornehmste Aufgabe ist es, ihrer Schwägerin dabei zu helfen, in das an die Kleiderordnung des Spätmittelalters angelehnte Prinzessinenornat zu schlüpfen. "Es besteht aus mehreren Schichten und hat einen Reifrock, da kommt man allein nicht rein und raus", sagt Gromoka-Sprecher Lars van der Bijl. Außerdem nimmt die Hofdame auf der Bühne die dargereichten Blumensträuße, Geschenke und Umschläge mit Spenden entgegen.

Adjutant Karl Hansen hat gleich mehrere Aufgaben, er ist der persönliche Schatzmeister des Prinzen, er hilft ihm bei der Garderobe, ist seine persönliche Leibgarde und muss zudem darauf aufpassen, dass weder das Herrschaftsinsignium, die silberne Pritsche, noch die Fasanenfedern Schaden nehmen oder gar abhandenkommen. "Da der Prinz nur zwei Hände hat und auf der Bühne ja auch Gitarre spielt, muss ihm der Adjutant im rechten Moment die Pritsche reichen", so van der Bijl. Die 1,60 Meter langen Königsfasanenfedern werden nur jeweils kurz vor dem Auftritt an die Kappe gesteckt und ansonsten in einer knicksicheren Röhre verwahrt.

Auch für das Anlegen des hinten geknüpften Wamses braucht der Prinz zusätzliche Hände. Als geradezu brenzlig in Fällen, wo die Blase drückt, können sich zudem die Hosenträger darunter erweisen. Adjutant sein ist eben eine Vertrauensstellung - und je nach Temperament des Prinzen sehr anstrengend. "Der Prinz ist ein wilder Feger. Es ist sehr schwer, auf ihn aufzupassen, sagt Hansen. Eben noch in ein Gespräch vertieft, ist er im nächsten Moment verschwunden und nimmt ein Bad in der Menge", sagt Hansen. Nöte eines Bodyguards. "Aber er macht das toll", fügt der Adjutant hinzu.

Wegen der Fülle der Auftritte gibt es in dieser Session zwei Prinzenführer: Jörn Heimann und Nico Blank. Er führt das Gefolge an, ohne ihn könnte das Prinzenpaar nicht die edle Tugend der Pünktlichkeit erfüllen. "Er klärt mit den Veranstaltern und Bühnenmanagern die genauen Auftrittstermine ab und sorgt dafür, dass die beiden zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind", sagt van der Bijl. Auf der Bühne muss er dann noch den Conférencier geben und das Prinzenpaar vorstellen.

Quelle: RP
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