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Frank Klarmann
Werkeln ist ihre Leidenschaft

Langenfeld. Das Reparatur-Café "Fix und Fertig" mit seinem Initiator Frank Klarmann veranstaltet am 4. Juni einen Werkzeug-Basar.

Herr Klarmann, mögen sie Baumärkte?

Klarmann Ich werkle und bastele sehr gern, mache fast alles selbst im eigenen Haus, bin im Schnitt zweimal im Monat im Baumarkt. Dort kriege ich immer neue Ideen fürs Basteln, so habe ich einen Weihnachtsbaum aus Holzlatten und einen großen Leuchtstern gebastelt. Holz ist ein fantastischer Werkstoff!

Die Idee, einen Werkzeug-Basar zu veranstalten, finde ich gut. Ich selbst habe daheim mindestens fünf gleichartige Fuchsschwanz-Sägen, zum Teil vererbt, überwiegend rostig. Ich könnte mir also wirklich Luft in Keller und Garage verschaffen . . .

Klarmann Ja, das trifft das, was wir mit dem Basar bezwecken, schon recht gut: Fast jeder hat überflüssiges oder doppeltes Werkzeug zu Hause. Konkret wurde die Idee, als ich einmal bei einer Witwe im Keller war, die mir ungenutzte Werkzeuge ihres verstorbenen Mannes zeigte. "Was soll ich denn damit machen?" war ihre Frage.

Das Werkzeug soll für einen guten Zweck verkauft werden. An wen fließt der Erlös?

Klarmann Das wird am Ende der Veranstaltung von der Kirchengemeinde festgelegt - in jedem Fall aber in die Seniorenarbeit.

Sie stellen ja auch das Reparaturcafé auf die Beine. Welche Werkzeuge fehlen Ihnen denn da noch?

Klarmann Nur wenige. Unsere fleißigen ehrenamtlichen Helfer bringen ihr Werkzeug selbst mit.

Gibt es auch Frauen in Ihrem Team?

Klarmann Aber ja doch: Der Empfangstresen ist mit charmanten Damen besetzt, die Buch führen über zu reparierenden Sachen und Reparatur-Erfolge schriftlich dokumentieren. Darüber hinaus gibt es noch mehrere Damen, die für Kaffee, Kuchen und Obst sorgen, und das alles aus eigenem Fundus und eigener Zubereitung. Dann gibt es die Abteilung "Nadel & Faden" für Reparaturen von Bekleidung und Stofftieren zum Beispiel.

Was sind das für Leute, die mit einem kaputten Ding vorbeikommen. Was lassen sie reparieren?

Klarmann Vornehmlich ältere Kunden. Aber auch die Jugend ist vertreten. Es ist uns wichtig, dass unsere Kunden bei der Reparatur zuschauen - meist hängt auch sehr viel Emotion an den zu reparierenden Sachen. Dabei werden dann auch Geschichten erzählt, sehr unterhaltsam. 70 Prozent der bisher fast 1000 Reparaturen waren Elektro-Geräte, aber auch Uhren, Nähmaschinen, Fahrräder, Heckenscheren sind dabei. Ausgefallenes auch - ein mechanisches Weihnachtskarussell etwa oder ein mechanischer Computer.

Scheitern Sie auch schon mal an der Tücke des Objekts?

Klarmann Durchaus. Schwierig sind alle Teile, die mit viel Plastikgehäuse verpackt sind. Eine Öffnung ist meist unmöglich. Oder wenn Ersatzteile nicht mehr vorhanden oder beschaffbar sind. Übel sind "Marketing-Schrauben", die von den Herstellern so gestaltet sind, dass Normal-Verbraucher die Sachen nicht aufschrauben können. Für unsere Experten aber meist kein Problem.

Wieviel Café steckt im Reparaturcafé?

Klarmann Sehr viel. Das ist ja auch unsere Zielsetzung. Es gibt immer Kaffee, Tee, Wasser, Kuchen, Obst, Kekse etc. Es wird viel geplaudert, es werden neue Bekanntschaften gemacht. Es gibt sogar mehrere Kunden, die nur zum Plausch kommen. Wir fühlen uns mittlerweile als ein große Familie.

Was haben Sie noch vor im Zusammenhang mit dem Reparaturcafé?

Klarmann Wir starten in naher Zukunft eine Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek (Schau-Reparieren). Und wir werden "Seminare" zur Selbsthilfe anbieten (E-Geräte, Fahrräder), um den Gedanken des Reparierens als Werterhaltung stärker zu propagieren.

THOMAS GUTMANN STELLTE DIE FRAGEN.

Quelle: RP
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